Call of Duty: Modern Warfare 4 ist heute offiziell erschienen.
20 Multiplayer-Karten.
Mehr als ein Dutzend Modi.
33 Waffen.
33 Operator.
DMZ.
Eine gefeierte Kampagne.
Eigentlich könnte Activision den Launch entspannt genießen.
Doch ausgerechnet beim ewigen Call-of-Duty-Streitthema Matchmaking gibt es bereits die ersten Beschwerden.
Spieler stellen fest, dass die sogenannten Open Playlists, die während der Beta ausprobiert werden konnten, zum Release offenbar nicht verfügbar sind.
Und natürlich dauert es bei Call of Duty ungefähr fünf Minuten, bis daraus wieder eine Diskussion über „sweaty Lobbys“ und Skill-Based Matchmaking wird.
Modern Warfare 4 ist heute vollständig gestartet
Seit dem 23. Oktober ist Modern Warfare 4 komplett verfügbar.
Die Kampagne konnten Vorbesteller bereits vorher spielen.
Auch DMZ wurde vorzeitig geöffnet.
Heute kommt der eigentliche Multiplayer dazu.
Infinity Ward fährt dafür ziemlich groß auf.
Zum Start stehen zwölf klassische 6v6-Karten, drei Ground-War-Gebiete, vier Gunfight-Karten sowie das modulare Kill-Block-Schlachtfeld bereit.
Dazu kommen mehr als ein Dutzend verschiedene Multiplayer-Modi.
Rein am Umfang dürfte sich also kaum jemand beschweren können.
Beim Matchmaking sieht das etwas anders aus.
Spieler suchen die Open Playlists vergeblich
Während der Beta hatte Activision verschiedene Matchmaking-Ansätze getestet.
Darunter befanden sich sogenannte Open Playlists.
Dabei sollte die Lobby-Zusammenstellung weniger stark durch die üblichen Faktoren des normalen Call-of-Duty-Matchmakings beeinflusst werden.
Gerade Spieler, die seit Jahren über sehr kompetitive öffentliche Lobbys diskutieren, interessierten sich entsprechend stark für diese Alternative.
Zum Launch fehlt die Option allerdings.
Spieler berichten stattdessen von langen Suchzeiten und Matches, die bereits unmittelbar nach Veröffentlichung ausgesprochen kompetitiv wirken.
Ob diese Probleme tatsächlich direkt mit dem Matchmaking-System zusammenhängen, ist bislang nicht geklärt.
Activision hat Open Matchmaking für den Launch allerdings nie ausdrücklich versprochen
Hier kommt die wichtige Einschränkung.
Im Sommer erklärte Activision, dass Open Playlists weiterhin in Black Ops 7 und während der Modern-Warfare-4-Beta zur Verfügung stehen würden.
Das Unternehmen sagte damals nicht ausdrücklich, dass Open Matchmaking automatisch auch Teil der finalen Launch-Version wird.
Genau deshalb wäre die Aussage „Activision bricht sein Versprechen“ zu weit gegriffen.
Das Unternehmen hat die Option getestet.
Spieler mochten beziehungsweise diskutierten sie.
Jetzt ist sie zunächst nicht verfügbar.
Ob sie später zurückkommt, wurde bislang nicht bestätigt.
Der Streit um SBMM verfolgt Call of Duty seit Jahren
Skill-Based Matchmaking gehört inzwischen fast so sehr zu Call of Duty wie Nuketown und Shipment.
Ein Teil der Spieler möchte möglichst ausgeglichene Partien.
Andere wünschen sich öffentliche Matches, in denen nicht jede Runde wie ein kleines E-Sport-Finale wirkt.
Activision hat seine Systeme in den vergangenen Jahren mehrfach verändert und ausführlich erklärt, welche Faktoren bei der Zusammenstellung von Lobbys eine Rolle spielen.
Dazu gehören unter anderem Verbindungsqualität, Suchzeiten, Plattformen, Eingabemethoden und Fähigkeiten der Spieler.
Das Problem:
Egal welche Lösung Activision ausprobiert, irgendjemand ist danach sauer.
Modern Warfare 4 scheint diese Tradition ziemlich erfolgreich fortzusetzen.
Dabei hatte die Beta bereits ordentlich Kritik abbekommen
Das Thema kommt nicht völlig überraschend.
Die Beta von Modern Warfare 4 startete auf Steam mit ausgesprochen schlechten Nutzerbewertungen.
Später drehte sich die Stimmung insbesondere durch die Kampagne deutlich.
Wir hatten bei GamerInfos bereits darüber berichtet, wie Modern Warfare 4 nach einer schwachen Beta plötzlich überraschend starke Steam-Bewertungen erreichte.
Falls der konkrete Artikel bei euch bereits live ist, würde ich hier natürlich dessen echte URL einsetzen.
Auch spielerisch versucht Infinity Ward diesmal deutlich mehr zu verändern.
Mit Collateral bekommt Modern Warfare 4 sogar einen Modus, der sich auffällig stark an Counter-Strike und Valorant orientiert.
Unseren ausführlichen Blick darauf findet ihr bei GamerInfos im Artikel „Call of Duty baut plötzlich Counter-Strike nach“.
Und am 27. Oktober kommt natürlich schon wieder Shipment
Falls euch die normalen Lobbys zu anstrengend werden, gibt es bald immerhin die traditionelle Call-of-Duty-Lösung:
Shipment.
Die winzige Karte wird bereits am 27. Oktober hinzugefügt.
Also gerade einmal vier Tage nach Veröffentlichung.
Dort dürfte sich die Matchmaking-Diskussion vermutlich ohnehin erledigen.
Auf Shipment gibt es normalerweise keine Zeit, über SBMM nachzudenken.
Man spawnt.
Man stirbt.
Man spawnt erneut.
Man stirbt noch einmal.
Und irgendwann hat die Waffe Level 50.
Infinity Ward hat zum Launch ohnehin schon genug zu reparieren
Das Matchmaking ist nicht die einzige kleine Baustelle.
Activisions offizielle Supportseite listet bereits mehrere bekannte Probleme.
Unter anderem können manche Spieler ihre Multiplayer-Loadouts nicht speichern.
Bei anderen werden Statistiken im Combat Record und in den Leaderboards nicht korrekt angezeigt.
Auf Xbox-PC-Systemen gibt es außerdem Fälle, bei denen Kampagne oder DMZ nach der Installation nicht über Call of Duty Home gestartet werden können.
Infinity Ward untersucht diese Fehler bereits.
Für einen großen Online-Shooter am ersten Tag ist eine solche Liste allerdings nichts völlig Ungewöhnliches.
Modern Warfare 4 hat trotzdem einen ziemlich starken Start hingelegt
Das Interessante ist deshalb der Kontrast.
Die Kampagne wird ungewöhnlich positiv aufgenommen.
Erste Tests sprechen von einem der stärkeren Call-of-Duty-Teile der vergangenen Jahre.
Der Multiplayer startet mit einer großen Anzahl an Karten und Modi.
DMZ ist zurück.
Und trotzdem schafft Call of Duty es innerhalb weniger Stunden, dass sich ein großer Teil der Diskussion wieder um Matchmaking dreht.
Manche Traditionen ändern sich eben nie.
Ob Infinity Ward die Open Playlists später wieder aktiviert, bleibt vorerst offen.
Bis dahin dürfen Spieler heute herausfinden, ob die eigene Lobby wirklich ungewöhnlich hart ist.
Oder ob man vielleicht einfach doch ein paar Monate nicht mehr genug Call of Duty gespielt hat.
Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
