Hinter Life is Strange, Vampyr und Banishers: Ghosts of New Eden steckt eines der bekanntesten europäischen Studios für storylastige Spiele.
Jetzt geht es bei Don’t Nod allerdings nicht mehr nur um den Erfolg des nächsten Titels.
Es geht um das Überleben des Unternehmens.
Das französische Studio hat offiziell ein Schutzverfahren vor dem Pariser Wirtschaftsgericht eröffnet.
Damit werden bestehende Verbindlichkeiten zunächst eingefroren und Don’t Nod bekommt sechs Monate Zeit, eine tragfähige finanzielle Lösung zu finden.
Die eigenen Zahlen zeigen, warum dieser Schritt notwendig geworden ist.
Der Umsatz sinkt.
Die Verluste steigen.
Das jüngste Spiel Aphelion blieb hinter den Erwartungen.
Und bis zu 85 Arbeitsplätze in Frankreich könnten verschwinden.
Don’t Nod geht freiwillig unter gerichtlichen Schutz
Am 19. Oktober genehmigte das zuständige Pariser Gericht den Antrag von Don’t Nod auf ein sogenanntes „safeguard proceeding“.
Das klingt zunächst dramatisch, bedeutet allerdings nicht, dass das Studio bereits insolvent oder geschlossen ist.
Das Verfahren soll genau das möglichst verhindern.
Don’t Nod kann seinen Betrieb fortsetzen, während ältere Verbindlichkeiten für die Dauer des Verfahrens eingefroren werden.
Zunächst wurde eine Beobachtungsphase von sechs Monaten angesetzt.
In dieser Zeit soll eine langfristige Finanzierungslösung entstehen.
Ein gerichtlich bestellter Verwalter begleitet den Prozess.
Die Zahlen sehen trotzdem ziemlich unangenehm aus
Don’t Nod veröffentlichte gleichzeitig seine Halbjahreszahlen.
Der Umsatz lag in den ersten sechs Monaten 2026 bei rund 6,1 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang von 14 Prozent.
Beim operativen EBITDA steht ein Minus von 4,3 Millionen Euro.
Im Vorjahreszeitraum lag dieser Verlust noch bei ungefähr zwei Millionen.
Auch die Liquidität ist deutlich geschrumpft.
Ende 2025 verfügte Don’t Nod noch über 15,5 Millionen Euro an Barmitteln.
Ende Juni waren davon 9,9 Millionen übrig.
Ausgerechnet Aphelion blieb hinter den Erwartungen
Don’t Nod bestätigt außerdem selbst, dass sich Aphelion schlechter verkauft hat als erhofft.
Das Science-Fiction-Spiel sollte eigentlich zu den wichtigen Veröffentlichungen des Jahres gehören.
Stattdessen belasteten die schwächeren Verkäufe das Halbjahresergebnis zusätzlich.
Das Studio hatte schon zuvor mit mehreren kommerziellen Enttäuschungen zu kämpfen.
Jusant und Banishers: Ghosts of New Eden erhielten zwar teilweise gute Kritiken, erreichten wirtschaftlich aber nicht die Erwartungen des Unternehmens.
Wer sich noch an Banishers erinnern möchte: Bei PlayStationInfo.de findet ihr den damaligen Launch und die wichtigsten Informationen zum Don’t-Nod-RPG.
Gute Bewertungen bezahlen am Ende leider keine Gehälter, wenn die Verkaufszahlen nicht mitziehen.
Bis zu 85 Stellen könnten verschwinden
Besonders bitter ist die geplante Umstrukturierung.
Don’t Nod möchte seine französischen Aktivitäten stärker auf eine einzige Produktionslinie konzentrieren.
Im Zuge dieser Änderungen könnten bis zu 85 Stellen betroffen sein.
Das Studio in Montreal soll davon nach aktuellem Stand nicht betroffen sein.
Dort arbeitet Don’t Nod unter anderem an einem narrativen Spiel auf Basis einer großen Netflix-Marke.
Für die französischen Mitarbeiter bleibt die Situation trotzdem ausgesprochen ernst.
Don’t Nod war schon einmal deutlich größer aufgestellt
Über Jahre versuchte das Unternehmen, gleichzeitig mehrere Spiele zu entwickeln und zusätzlich als Publisher für externe Studios aufzutreten.
Das sorgte für eine vergleichsweise breite Pipeline.
Als mehrere Projekte kommerziell nicht funktionierten, wurde genau diese Struktur allerdings zum Problem.
Schon seit 2024 läuft deshalb ein umfangreicher Umbau.
Projekte wurden pausiert.
Kosten wurden reduziert.
Mitarbeiter mussten gehen.
Der neue gerichtliche Schutz zeigt nun, dass diese Maßnahmen bislang nicht ausreichen.
Life is Strange rettet das Studio heute nicht mehr automatisch
Der Name Don’t Nod wird bis heute fast automatisch mit Life is Strange verbunden.
Allerdings besitzt das Studio die Marke nicht.
Nach den ersten Spielen ging die Reihe dauerhaft zu Square Enix beziehungsweise anderen Entwicklern über.
Don’t Nod kann also nicht einfach morgen Life is Strange 5 ankündigen und damit sämtliche finanziellen Probleme lösen.
Das Unternehmen muss mit seinen eigenen Marken und neuen Partnerschaften erfolgreich sein.
Genau daran scheiterte es zuletzt wirtschaftlich immer wieder.
Noch ist Don’t Nod nicht tot
Bei solchen Nachrichten wird schnell die Beerdigung vorbereitet.
Dafür ist es ausdrücklich zu früh.
Das Schutzverfahren existiert gerade deshalb, damit ein Unternehmen weiterarbeiten und seine Finanzen neu ordnen kann.
Don’t Nod selbst bezeichnet den Schritt als vorbeugende Schutzmaßnahme.
Das Studio arbeitet weiter.
Projekte laufen weiter.
Die Montreal-Niederlassung entwickelt weiter.
Aber die kommenden sechs Monate dürften entscheidend werden.
Denn irgendwo zwischen Life is Strange, Vampyr, Jusant und Banishers steckt ein Studio, das viele Spieler eigentlich gerne behalten würden.
Jetzt muss Don’t Nod nur noch einen Weg finden, mit seinen Spielen auch genug Geld zu verdienen.
Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Xbox Manager spricht offen über KI dann löscht er plötzlich seinen kompletten Account
Es begann mit einem kleinen selbstgebauten KI-Spiel.
Weniger als 24 Stunden später war der komplette X-Account weg.
Brandon Stirrup, Senior Business Strategy Manager bei Microsofts Xbox-Abteilung, hat mit einer ungewöhnlich offensiven Reihe von Social-Media-Beiträgen eine heftige Diskussion über künstliche Intelligenz in der Spieleentwicklung ausgelöst.
Seine Botschaft war ziemlich eindeutig:
Xbox nutzt KI.
Viele andere Spielefirmen ebenfalls.
Und Entwickler, die glauben, KI werde in ihrer Zukunft keine Rolle spielen, hätten seiner Meinung nach ein grundlegendes Problem.
Stirrup ging sogar so weit zu sagen, er könne für seine Aussagen gefeuert werden.
Kurz danach verschwand sein Account.
Nein, bestätigt ist seine Entlassung nicht.
Aber für ein bisschen Gaming-Gossip reicht die Geschichte trotzdem locker.
Alles begann mit einem schlechten Fußballspiel
Stirrup erklärte, am Wochenende mithilfe von KI selbst ein kleines Videospiel gebaut zu haben.
Nach eigener Aussage hatte er vorher nie versucht, ein Spiel zu entwickeln.
Sein Ergebnis bezeichnete er selbst als schlecht, aber verbesserbar.
Die tatsächliche aktive Arbeitszeit habe ungefähr drei Stunden betragen.
Als Werkzeug nutzte er unter anderem Unreal Engine in Verbindung mit KI-Technik.
Für Stirrup war das offenbar ein Aha-Moment.
Er begann anschließend öffentlich darüber zu diskutieren, wie stark KI die Spieleentwicklung verändern könnte.
Und dann wurde der Ton deutlich offensiver.
„Wir benutzen KI“
Stirrup behauptete, die Spielebranche sei eine der wenigen Industrien, die öffentlich so tue, als würde sie KI kaum verwenden.
Seiner Darstellung nach sei das längst Realität.
Auch innerhalb von Xbox werde KI eingesetzt.
Er schrieb sinngemäß, dass hunderte Mitarbeiter bei Xbox nicht länger so tun müssten, als würden sie entsprechende Werkzeuge nicht verwenden.
Wichtig ist dabei:
Stirrup ist Business Strategy Manager.
Er ist weder Leiter eines Xbox-Studios noch Chefentwickler und spricht damit nicht automatisch offiziell für sämtliche Xbox-Teams.
Welche konkrete KI-Technologie bei welchen Spielen eingesetzt wird, belegte er ebenfalls nicht.
Dann wurde seine Aussage noch deutlich schärfer
Besonders viel Kritik bekam eine weitere Aussage.
Entwickler, die sich weigerten anzuerkennen, dass KI Teil ihrer beruflichen Zukunft sei, sollten nach seiner Ansicht möglicherweise gar nicht im Geschäft sein.
Diese Formulierung kam verständlicherweise nicht überall besonders gut an.
Gerade in einer Branche, die in den vergangenen Jahren von massiven Entlassungen geprägt wurde, reagieren viele Entwickler äußerst empfindlich auf Aussagen, wonach künstliche Intelligenz menschliche Arbeit massiv beschleunigen oder ersetzen könnte.
Microsoft selbst hat ebenfalls tausende Stellen abgebaut.
Der Tonfall war deshalb mindestens unglücklich gewählt.
Er sprach sogar selbst über eine mögliche Entlassung
Stirrup wusste offenbar, dass seine Aussagen für Ärger sorgen könnten.
Er schrieb sinngemäß, wenn er am nächsten Tag gefeuert werde, dann deshalb, weil er eine Wahrheit ausgesprochen habe, über die niemand reden wolle.
Ob Microsoft tatsächlich irgendwelche arbeitsrechtlichen Konsequenzen erwogen hat, ist nicht bekannt.
Es gibt keine Bestätigung dafür, dass Stirrup entlassen wurde.
Kurz nach der Diskussion passierte allerdings etwas anderes:
Sein kompletter X-Account wurde deaktiviert.
Nach Informationen von PC Gamer soll der Grund die enorme Menge an Antworten gewesen sein, die er nach seinen Beiträgen erhielt.
Xbox experimentiert tatsächlich stärker mit KI
Ganz aus der Luft gegriffen ist der größere Kontext nicht.
Microsoft investiert massiv in künstliche Intelligenz.
Auch innerhalb des Xbox-Bereichs entstehen neue experimentelle Projekte und Werkzeuge.
Die eigentliche Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob KI irgendwo verwendet wird.
Viel spannender ist:
Wofür?
Automatisiert eine KI langweilige Entwicklungsaufgaben?
Hilft sie Programmierern beim Suchen nach Fehlern?
Erstellt sie Platzhalter?
Oder werden komplette Grafiken, Texte und andere kreative Inhalte damit ersetzt?
Genau diese Unterschiede verschwinden in Aussagen wie „Wir benutzen KI“ ziemlich schnell.
Xbox sorgt ohnehin gerade für jede Menge Diskussionen
Microsoft experimentiert gleichzeitig an mehreren Fronten mit seiner Gaming-Strategie.
Erst vor wenigen Tagen sorgte eine Xbox-Umfrage für Aufmerksamkeit, in der sogar hypothetische Szenarien mit exklusivem Minecraft, Fallout und The Elder Scrolls beschrieben wurden.
Die komplette Geschichte findet ihr bei PlayStationInfo.de im Artikel zur möglichen neuen Xbox-Exklusivstrategie.
Auch dort gilt:
Eine Umfrage ist noch keine Entscheidung.
Und die Aussagen eines einzelnen Business-Managers sind ebenfalls keine offizielle Xbox-Strategie.
Trotzdem liefern beide Geschichten einen interessanten Einblick darin, wie viel Microsoft momentan intern offenbar ausprobiert und diskutiert.
Das Internet bekam jedenfalls seinen perfekten Abschluss
Ein Microsoft-Manager baut in drei Stunden ein schlechtes KI-Spiel.
Danach erklärt er der gesamten Spielebranche, sie müsse KI akzeptieren.
Dann sagt er selbst, dass ihn das möglicherweise seinen Job kosten könnte.
Und wenige Stunden später existiert sein Social-Media-Account nicht mehr.
Mehr Internet geht eigentlich kaum.
Ob Stirrup bei Xbox irgendwelche Konsequenzen drohen, wissen wir weiterhin nicht.
Vielleicht passiert überhaupt nichts.
Vielleicht sitzt er morgen ganz normal im nächsten Meeting.
Aber falls man seine Botschaft möglichst unauffällig verbreiten wollte, war diese Social-Media-Strategie vermutlich nicht der effizienteste Ansatz.
Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
