.NewsMarvel’s Wolverine wird hart kritisiert – Logan-Schauspieler reagiert überraschend gelassen

Marvel’s Wolverine wird hart kritisiert – Logan-Schauspieler reagiert überraschend gelassen

Marvel’s Wolverine ist da – und ausgerechnet eines der größten PS5-Spiele des Jahres startet mit deutlich mehr Gegenwind, als es Insomniac Games gewohnt sein dürfte. Während die Darstellung von Logan vielerorts gelobt wird, fallen die Wertungen insgesamt wesentlich gemischter aus als bei Spider-Man und Spider-Man 2.

Einer scheint sich davon allerdings überhaupt nicht die Laune verderben zu lassen: Wolverine-Darsteller Liam McIntyre.

Der Schauspieler reagierte inzwischen selbst auf die Diskussionen rund um das Spiel. Und wer seine Karriere kennt, versteht schnell, warum ein paar harte Reviews ihn offenbar nicht aus der Ruhe bringen.

Liam McIntyre hat schon deutlich Schlimmeres gelesen

McIntyre übernimmt in Marvel’s Wolverine nicht nur die Stimme von Logan. Auch Performance und Teile der äußeren Darstellung des Charakters gehen auf den australischen Schauspieler zurück.

Auf X machte er nun deutlich, dass ihm die Reaktionen auf das Spiel durchaus bewusst sind.

Gleichzeitig erinnerte er daran, unter welchen Umständen seine eigene Karriere einen entscheidenden Sprung machte.

McIntyre übernahm 2012 die Hauptrolle in der Serie Spartacus von Andy Whitfield. Dieser musste die Serie aufgrund seiner Erkrankung verlassen und starb 2011 im Alter von nur 39 Jahren.

Für einen vergleichsweise unbekannten Schauspieler war das damals eine nahezu undankbare Aufgabe: Er sollte einen Hauptdarsteller ersetzen, den viele Zuschauer bereits fest mit der Rolle verbunden hatten.

McIntyre erinnert deshalb daran, dass er in seiner Karriere bereits Kommentare gelesen habe, die man kaum glauben würde.

Die aktuelle Kritik an Marvel’s Wolverine scheint ihn entsprechend wenig zu erschüttern.

Viel wichtiger ist für ihn offenbar etwas anderes: Die Spieler sollen Spaß haben.

Gleichzeitig machte McIntyre deutlich, wie sehr er hinter dem Projekt steht. Er sei „proud as hell“ auf das Spiel und bezeichnete es als großen Spaß.

Das passt ausgerechnet ziemlich gut zu Wolverine

Fast könnte man sagen: Die Reaktion passt zur Figur.

Während rund um Marvel’s Wolverine über Metacritic-Wertungen, repetitives Gameplay und die Erwartungen an Insomniac diskutiert wird, wirkt der Mann hinter Logan ziemlich unbeeindruckt.

Dabei hätte gerade McIntyre allen Grund, nervös auf die Reaktionen zu schauen.

Wolverine gehört zu den bekanntesten Marvel-Charakteren überhaupt. Für Millionen Fans ist die Figur zudem seit Jahrzehnten eng mit Hugh Jackman verbunden.

Wer einen neuen Logan verkörpert, muss deshalb zwangsläufig damit leben, verglichen zu werden.

McIntyre versucht im Spiel allerdings nicht, Jackmans Interpretation einfach zu kopieren. Insomniacs Wolverine soll eine eigene Version des Charakters darstellen – aggressiver, teilweise brutaler und gleichzeitig überraschend verletzlich.

Und ausgerechnet dieser Punkt kommt bislang bei vielen Kritikern gut an.

Das größte Problem ist offenbar nicht Logan

Das Interessante an der gesamten Diskussion ist nämlich: Liam McIntyre selbst steht kaum im Zentrum der Kritik.

Im Gegenteil.

Seine Darstellung und die Inszenierung von Logan gehören in zahlreichen Reviews zu den Punkten, die besonders positiv hervorgehoben werden. Auch Insomniac bezeichnete McIntyres Bandbreite kurz vor dem Release als wichtigen Bestandteil der eigenen Interpretation von Wolverine.

Die deutlich gemischteren Wertungen haben andere Gründe.

Kritisiert werden vor allem die begrenzte spielerische Abwechslung, teilweise repetitive Kämpfe und eine Struktur, die einigen Testern zu konventionell ausfällt.

Das ist für Insomniac ungewöhnlich.

Der Entwickler gehört seit Jahren zu den zuverlässigsten Studios unter Sonys PlayStation-Dach. Marvel’s Spider-Man erreichte auf Metacritic 87 Punkte, Miles Morales kam auf 85 und Spider-Man 2 sogar auf 90.

Marvel’s Wolverine landet deutlich darunter.

Bereits vor dem Release hatten wir auf PlayStationInfo.de über die ungewöhnlich gemischten Wertungen von Marvel’s Wolverine berichtet.

Für ein schlechtes Spiel halten es deshalb allerdings längst nicht alle Tester.

Und genau darin liegt das vielleicht Spannendste an Wolverine.

Zwischen großer Begeisterung und deutlicher Enttäuschung

Die Bewertungen gehen teilweise ungewöhnlich weit auseinander.

Einige Redaktionen loben die kompromisslose Inszenierung, die Geschichte, die Kämpfe und insbesondere Logan als Hauptfigur.

Andere sehen darin ein Actionspiel, das nach wenigen Stunden bereits einen Großteil seiner spielerischen Ideen gezeigt hat.

Auch unser eigener Test auf PlayStationInfo.de landete ziemlich genau zwischen diesen beiden Lagern.

Dort bekam Marvel’s Wolverine 8 von 10 Punkten.

Präsentation, Hauptfigur, Geschichte und die deutlich brutalere Ausrichtung überzeugten. Gleichzeitig entwickelt sich das Kampfsystem über die rund zwölf bis vierzehn Stunden lange Kampagne nicht stark genug weiter.

Das ergibt ein gutes Spiel – aber eben nicht zwangsläufig den nächsten Ausnahmehit, den manche nach Spider-Man 2 von Insomniac erwartet hatten.

Jetzt wird es für Insomniac erst richtig interessant

Seit heute, dem 15. September, können erstmals Millionen PS5-Besitzer selbst entscheiden.

Und damit beginnt für Marvel’s Wolverine eigentlich erst die spannendste Phase.

Bislang wurde die öffentliche Diskussion stark von Reviews, Metacritic und einzelnen Spielern bestimmt, die bereits vor dem offiziellen Release Zugang hatten.

Jetzt treffen diese Bewertungen auf das tatsächliche Publikum.

Gerade bei einem Spiel wie Wolverine könnte das interessant werden. Wer ein riesiges Open-World-Abenteuer mit möglichst vielen Systemen erwartet, könnte von der vergleichsweise fokussierten Struktur enttäuscht sein.

Wer dagegen ein brutales, geradliniges Actionspiel mit Logan im Mittelpunkt sucht, könnte deutlich glücklicher damit werden.

Ausgerechnet der neue Wolverine scheint schon gewonnen zu haben

Unabhängig davon, wie sich die Spielerbewertungen in den kommenden Tagen entwickeln, zeichnet sich bereits eine kleine Überraschung ab.

Vor dem Release hätte Liam McIntyre vermutlich einer der größten Angriffspunkte sein können.

Eine neue Interpretation von Wolverine, die zwangsläufig mit Hugh Jackman verglichen wird, ist schließlich keine besonders dankbare Aufgabe.

Doch genau das scheint momentan kaum ein Problem zu sein.

Während über Gameplay, Missionsdesign und Wertungen diskutiert wird, gehört McIntyres Logan eher zu den Dingen, auf die sich Kritiker einigen können.

Vielleicht hilft ihm dabei tatsächlich seine Vergangenheit.

Wer bereits einmal einen beliebten Hauptdarsteller unter extrem schwierigen Umständen ersetzen musste, dürfte gelernt haben, dass sich nicht jede Reaktion im Internet kontrollieren lässt.

McIntyre scheint deshalb einen ziemlich einfachen Maßstab zu haben: Er ist stolz auf das Spiel – und jetzt sollen die Spieler selbst entscheiden, ob sie damit Spaß haben.

Ab heute bekommen sie dazu die Gelegenheit.

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