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Kingdom-Come-Macher versteht GTA-Hype nicht – hofft aber dass GTA 6 Spiele teurer macht

Das ist vermutlich nicht unbedingt die Aussage, mit der man sich bei Spielern besonders beliebt macht.

Martin Klíma, Mitgründer von Warhorse Studios und damit einer der Köpfe hinter Kingdom Come: Deliverance, kann mit Grand Theft Auto persönlich erstaunlich wenig anfangen.

GTA 6 möchte er nach eigener Aussage eigentlich überhaupt nicht spielen.

Warum Millionen Menschen so verrückt nach der Rockstar-Reihe sind, versteht er ebenfalls nicht wirklich.

Trotzdem drückt er GTA 6 die Daumen.

Und zwar aus einem ganz bestimmten Grund:

Klíma hofft, dass Rockstars Mega-Blockbuster der gesamten Spielebranche dabei hilft, höhere Preise durchzusetzen.

„Warum es so beliebt ist? Keine Ahnung“

In einem aktuellen Gespräch über die Spielebranche sprach Klíma ziemlich offen über GTA.

Die Reihe spreche ihn persönlich überhaupt nicht an.

Er habe nicht vor, GTA 6 zu spielen, solange ihn nicht irgendwie jemand dazu zwinge.

Noch überraschender ist seine Aussage über den gigantischen Erfolg der Serie.

Warum Grand Theft Auto so beliebt ist, könne er schlicht nicht nachvollziehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass er Rockstar schlechtredet.

Im Gegenteil.

Klíma bezeichnet Rockstars Spiele als technische Meisterleistungen und wünscht dem Studio ausdrücklich viel Erfolg mit GTA 6.

Trotzdem hofft er ausgerechnet auf GTA 6

Der Grund dafür dürfte viele Spieler weniger begeistern.

Nach Klímas Ansicht steckt die Games-Branche wirtschaftlich in einem schwierigen Problem.

Moderne Produktionen werden immer größer.

Entwicklungsteams wachsen.

Technik und Inhalte werden aufwendiger.

Gleichzeitig lasse sich die Zahl potenzieller Käufer nicht unbegrenzt steigern.

Deshalb bleibt seiner Ansicht nach irgendwann nur noch eine Möglichkeit:

Spiele müssen teurer werden.

Und genau hier kommt GTA 6 ins Spiel.

Rockstar soll den Weg für höhere Preise freimachen

Klíma glaubt, dass nur sehr wenige Unternehmen genügend Marktmacht besitzen, um einen höheren Preis für ein AAA-Spiel durchzusetzen.

Rockstar gehört seiner Meinung nach dazu.

Er hofft deshalb, dass GTA 6 den Weg ebnet und anderen Entwicklern anschließend ebenfalls ermöglicht, ihre Preise anzuheben.

Klíma bezeichnet höhere Verkaufspreise sogar als langfristig notwendig, damit aufwendige Spiele wirtschaftlich weiterhin funktionieren können.

Für Spieler klingt das natürlich etwas anders:

Bitte kauft GTA 6 für 80 Euro, damit wir danach ebenfalls mehr verlangen können.

GTA 6 hat die 80-Euro-Grenze bereits geknackt

Ganz theoretisch ist Klímas Wunsch inzwischen ohnehin nicht mehr.

Die Standard Edition von GTA 6 kostet 80 Euro.

Die Ultimate Edition liegt bei 100 Euro.

Damit gehört Rockstar bereits zu den Unternehmen, die für einen großen AAA-Titel oberhalb des lange etablierten Preisniveaus ansetzen.

Bei PlayStationInfo.de hatten wir schon im Sommer über die Frage berichtet, ob GTA 6 einen neuen Preisstandard für große AAA-Spiele etablieren könnte.

Damals kam die Einschätzung noch von Analysten.

Jetzt sagt ein Spieleentwickler ziemlich offen, dass er sich genau diese Entwicklung wünscht.

Das Kuriose: GTA 6 interessiert ihn selbst praktisch gar nicht

Genau das macht die Aussage so unterhaltsam.

Klíma ist kein riesiger Rockstar-Fan, der GTA 6 unbedingt am ersten Tag spielen möchte.

Ganz im Gegenteil.

Er versteht nicht einmal vollständig, warum die Reihe derart erfolgreich ist.

Wirtschaftlich betrachtet er Rockstar trotzdem als eine Art Eisbrecher.

Wenn Millionen Menschen bereit sind, 80 oder 100 Euro für GTA 6 auszugeben, könnte das anderen Publishern zeigen, dass auch ihre großen Produktionen teurer verkauft werden können.

Ob Spieler dabei tatsächlich mitziehen, ist natürlich eine völlig andere Frage.

Nicht jedes Spiel besitzt die Macht von GTA

Genau hier liegt vermutlich das größte Problem der Argumentation.

GTA 6 ist kein gewöhnliches AAA-Spiel.

Grand Theft Auto 5 hat sich über Jahre hinweg zu einem der erfolgreichsten Unterhaltungsprodukte überhaupt entwickelt.

GTA 6 gehört entsprechend zu den wenigen Spielen, bei denen ein Aufpreis viele Fans vermutlich kaum vom Kauf abhält.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Spieler anschließend bereit sind, bei jedem neuen AAA-Spiel 80 oder 90 Euro zu bezahlen.

Rockstar kann sich Dinge erlauben, die für deutlich kleinere Marken sehr viel riskanter wären.

Selbst Klíma räumt ein, dass Rockstar eine außergewöhnliche Position besitzt.

Ausgerechnet Kingdom Come zeigt aber auch dass es anders gehen kann

Interessant ist zudem, dass Warhorse Studios selbst nicht unbedingt für klassische Hollywood-Blockbuster steht.

Kingdom Come: Deliverance konnte mit einem vergleichsweise ungewöhnlichen Konzept erfolgreich werden:

historisches Rollenspiel, keine Magie, keine Drachen und ein deutlich bodenständigerer Ansatz als bei vielen Fantasy-RPGs.

Das Studio beweist damit eigentlich, dass erfolgreiche Spiele nicht zwingend versuchen müssen, Rockstar bei Produktionskosten und Größe zu schlagen.

Trotzdem steigen auch bei solchen Projekten die Kosten.

Klímas Wunsch nach höheren Preisen kommt also nicht völlig aus dem Nichts.

Spieler dürften trotzdem verständlicherweise wenig begeistert davon sein.

GTA 6 könnte 2027 tatsächlich Nachahmer bekommen

Die spannende Frage beginnt deshalb eigentlich erst nach dem Release.

Wenn GTA 6 trotz 80-Euro-Preis Millionen Verkäufe in kürzester Zeit schafft, werden andere Publisher sehr genau hinschauen.

Vielleicht bleibt Rockstar die Ausnahme.

Vielleicht werden 80 Euro aber tatsächlich langsam zum neuen Preis für große Blockbuster.

Und sollte das passieren, können wir uns zumindest daran erinnern:

Einer der Menschen, die darauf gehofft haben, möchte GTA 6 selbst nicht einmal spielen.

Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

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