Kurz vor dem Release von GTA 6 taucht im Netz plötzlich ein gewaltiger Datenberg aus Rockstars Vergangenheit auf. Rund 192 GB interne Dateien werden derzeit von Dataminern untersucht – und darin stecken offenbar gestrichene GTA-5-Inhalte, ein gewaltiges Liberty City, verrückte Trevor-Missionen und sogar sehr frühe Spuren von GTA 6.
Das Wichtigste gleich vorweg: Dabei handelt es sich offenbar nicht um einen neuen Hackerangriff auf Rockstar.
Die Dateien sollen größtenteils aus dem großen Sicherheitsvorfall von 2022 stammen und bislang nur einem deutlich kleineren Kreis zugänglich gewesen sein. Jetzt verbreitet sich das Material wesentlich breiter.
Und natürlich dauert es keine fünf Minuten, bis GTA-Fans anfangen, jedes einzelne Byte umzudrehen.
Liberty City sollte offenbar viel größer zurückkehren
Einer der interessantesten Funde betrifft einen gestrichenen GTA-5-DLC rund um Liberty City.
Dataminer fanden Dateien, aus denen sich offenbar Umrisse einer geplanten Erweiterung rekonstruieren lassen. Besonders überraschend: Das damals für GTA 5 vorgesehene Liberty City könnte wesentlich größer gewesen sein als die Stadt, die Spieler aus GTA 4 kennen.
Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine komplett fertige Karte, die Rockstar morgen nur noch veröffentlichen müsste.
Die gefundenen Daten stammen aus einer Entwicklungsphase und zeigen vielmehr, wie weit Rockstar mit verschiedenen Ideen experimentiert hat.
Dass Liberty City irgendwann für GTA 5 beziehungsweise GTA Online geplant war, ist ohnehin kein völlig neues Gerücht.
Der Umfang, der nun aus den Dateien herausgelesen wird, ist dagegen deutlich interessanter.
Trevor sollte offenbar völlig anders sterben
Noch absurder wird es beim gestrichenen Singleplayer-DLC rund um Trevor.
In den Dateien befinden sich offenbar zahlreiche Hinweise auf geplante Missionen, Schauplätze und Dialoge.
Darunter finden sich ein riesiges unterirdisches Areal, eine Art Raumfahrt- beziehungsweise Spaceship-Sequenz und verschiedene internationale Missionen.
Auch ein alternatives Ende für Trevor wurde entdeckt.
Wer GTA 5 kennt, weiß: Bei einer der möglichen Entscheidungen fährt Trevor letztlich in einen Öltank und verbrennt.
Rockstar hatte offenbar zeitweise eine noch ungewöhnlichere Variante im Kopf.
Nach den jetzt aufgetauchten Dialogen sollte Trevor in einen Behälter mit flüssigem Stickstoff krachen, einfrieren und anschließend zerbrechen.
Ja.
Selbst für GTA wäre das ziemlich heftig gewesen.
Und irgendwo dazwischen liegen frühe GTA-6-Spuren
Natürlich interessiert viele Spieler vor allem eine Frage:
Steckt in fast 200 GB Rockstar-Daten auch etwas zu GTA 6?
Offenbar ja – allerdings deutlich weniger, als einige reißerische Beiträge derzeit vermuten lassen.
In dem Material wurden sehr frühe Modelle und Dateien entdeckt, die mit Florida beziehungsweise den Everglades in Verbindung gebracht werden.
Einige extrem niedrig aufgelöste 3D-Darstellungen erinnern außerdem an Gebiete, die später in GTA 6 beziehungsweise Leonida auftauchen.
Das sind interessante Einblicke in eine frühe Entwicklungsphase.
Es ist aber ausdrücklich kein neuer 200-GB-GTA-6-Leak.
Der überwiegende Teil der bisher untersuchten Daten betrifft GTA 5 und gestrichene Inhalte daraus.
Wer eine ausführlichere Übersicht über die aktuell entdeckten Dateien sucht, findet bei PlayStationInfo.de eine Zusammenfassung des Rockstar-Megaleaks.
Die Fans sind noch lange nicht fertig
Das wahrscheinlich Spannendste an der Geschichte: Die Auswertung hat gerade erst begonnen.
192 GB Entwicklungsdaten durchsucht man nicht mal eben während einer Mittagspause.
Entsprechend tauchen im Stundenrhythmus neue Dialoge, Modelle, Missionsnamen und technische Überreste auf.
Einige davon könnten komplett belanglose Entwicklungsreste sein.
Andere könnten zeigen, wie viel Rockstar für GTA 5 geplant und anschließend gestrichen hat.
Gerade der nie veröffentlichte Singleplayer-Content dürfte dabei für Diskussionen sorgen.
Seit Jahren fragen sich Spieler, warum GTA 5 nach dem Release keine großen Story-Erweiterungen bekommen hat, während GTA Online immer weiter ausgebaut wurde.
Die neuen Funde zeigen zumindest, dass Rockstar intern offenbar mit ziemlich umfangreichen Ideen gearbeitet hatte.
Für GTA 6 sollte man trotzdem nicht jeden Fund überbewerten
Bei solchen Leaks entsteht schnell ein Problem.
Alte Entwicklungsdateien werden gefunden und plötzlich als Beweis für ein Feature interpretiert, das angeblich im fertigen GTA 6 enthalten sein soll.
So einfach funktioniert Spieleentwicklung allerdings nicht.
Modelle werden verworfen.
Karten werden umgebaut.
Missionen verschwinden.
Mechaniken existieren jahrelang in Testversionen und schaffen es trotzdem nie ins finale Spiel.
Gerade frühe GTA-6-Dateien aus einem alten Rockstar-Datenbestand sagen deshalb nur begrenzt etwas darüber aus, was uns im November tatsächlich erwartet.
Rockstar hat inzwischen ohnehin selbst wesentlich mehr zum fertigen Spiel gezeigt.
Auf GamerInfos haben wir bereits zusammengefasst, wie absurd groß GTA 6 offenbar werden soll – darunter mehr als 600.000 Animationen und ein Rockstar-Durchlauf von rund 80 Stunden.
Trotzdem ist der Leak für GTA-Fans eine Goldgrube
Als Blick hinter die Kulissen ist das Material allerdings faszinierend.
Ein riesiges gestrichenes Liberty City.
Trevor als Geheimagent.
Raumfahrt-Ideen.
Alternative Todessequenzen.
Frühe GTA-6-Modelle.
Und vermutlich noch zahlreiche Dinge, die bislang überhaupt niemand entdeckt hat.
Rockstar selbst dürfte sich über die erneute Verbreitung seiner internen Daten selbstverständlich deutlich weniger freuen.
Für Dataminer beginnt dagegen gerade Weihnachten im September.
Und bei fast 200 GB dürfte die Bescherung noch eine ganze Weile dauern.
