Wie groß soll GTA 6 eigentlich noch werden? Neue Details aus den jüngsten Rockstar-Präsentationen liefern Zahlen, die selbst für Grand Theft Auto ziemlich verrückt klingen. Die Spielwelt soll ungefähr dreimal so groß wie die spielbare Fläche von Red Dead Redemption 2 sein, für das Spiel wurden offenbar mehr als 600.000 Animationen erstellt – und selbst Rockstar-North-Co-Studio-Chef Rob Nelson brauchte für einen eigenen Durchlauf rund 80 Stunden. Und nein: Dabei hatte er offenbar noch längst nicht alles erledigt.
Bei GTA 6 ist es inzwischen schwierig, einzelne neue Features überhaupt noch isoliert zu betrachten.
Autos besitzen unterschiedliche Diebstahlsicherungen.
NPCs reagieren auf Spieler.
Jason und Lucia können ihren Körper trainieren.
Geld spielt eine größere Rolle.
Die Polizei soll sich Details eurer Verbrechen merken.
Und dann gibt es noch die eigentliche Größe von Leonida.
Zusammen ergibt das langsam ein ziemlich absurdes Gesamtbild.
GTA 6 soll dreimal so groß wie Red Dead Redemption 2 werden
Fangen wir mit der wahrscheinlich beeindruckendsten Zahl an.
Die begehbare Spielwelt von GTA 6 soll laut aktuellen Berichten ungefähr dreimal so groß wie die spielbare Fläche von Red Dead Redemption 2 ausfallen.
Und Red Dead Redemption 2 war nun wirklich kein kleines Spiel.
Allerdings sollte man bei solchen Vergleichen vorsichtig sein.
Eine dreimal größere Fläche bedeutet schließlich nicht automatisch dreimal mehr Inhalt.
Bei GTA 6 scheint Rockstar allerdings genau das verhindern zu wollen.
Leonida soll nicht einfach nur aus riesigen Landschaften und Straßen bestehen, sondern wesentlich stärker mit Aktivitäten, NPCs und interaktiven Orten gefüllt werden.
Über 600.000 Animationen sollen im Spiel stecken
Noch verrückter wird es bei den Animationen.
Für GTA 6 sollen inzwischen mehr als 600.000 Animationen erstellt worden sein.
Zum Vergleich werden für Red Dead Redemption 2 rund 300.000 Animationen genannt.
GTA 5 soll dagegen auf ungefähr 55.000 gekommen sein.
Natürlich bedeutet die Zahl nicht, dass Spieler irgendwann 600.000 komplett unterschiedliche Bewegungen bewusst wahrnehmen werden.
Viele Animationen betreffen kleine Übergänge, Reaktionen, NPC-Verhalten und zahlreiche Varianten derselben grundlegenden Aktionen.
Trotzdem zeigt die Größenordnung, wie viel Aufwand Rockstar offenbar in die Simulation der Spielwelt steckt.
Selbst ein Rockstar-Chef brauchte rund 80 Stunden
Dann wäre da noch die Spielzeit.
Rob Nelson, Co-Studio-Chef von Rockstar North, hat GTA 6 selbst gespielt.
Sein Durchlauf im Februar dauerte nach seinen Angaben ungefähr 80 Stunden.
Bevor jetzt allerdings irgendwo „GTA 6 Story dauert 80 Stunden“ daraus gemacht wird:
Das hat Nelson nicht gesagt.
Er konzentrierte sich nicht ausschließlich auf die Hauptmissionen, sondern erledigte auch optionale Ziele und Inhalte, die teilweise Auswirkungen auf die Geschichte haben können.
Die 80 Stunden sind deshalb keine offiziell bestätigte Länge der Kampagne.
Interessant ist die Zahl trotzdem.
80 Stunden – und trotzdem kein 100-Prozent-Durchlauf
Nelsons Durchlauf zeigt vor allem, wie viel Zeit man offenbar in GTA 6 verbringen kann, ohne zwangsläufig alles zu erledigen.
Wer Nebenaktivitäten ausprobiert, die Welt erkundet und zusätzliche Aufgaben abschließt, könnte problemlos sehr lange in Leonida beschäftigt sein.
Und seien wir mal ehrlich:
Wer spielt ein GTA beim ersten Durchlauf ausschließlich von Hauptmission zu Hauptmission?
Irgendwann klaut man ein Auto.
Dann entdeckt man etwas.
Dann eskaliert eine Polizeiverfolgung.
Und zwei Stunden später hat man immer noch nicht die Mission gestartet, zu der man eigentlich fahren wollte.
Wenn GTA 6 tatsächlich wesentlich mehr spontane Aktivitäten und Reaktionen bietet, könnte dieser Effekt noch deutlich stärker ausfallen.
Selbst Autos klauen wird komplizierter
Besonders gut lässt sich Rockstars neuer Ansatz ausgerechnet an der ältesten GTA-Tradition überhaupt erkennen:
Autos klauen.
In GTA 6 soll das nicht bei jedem Fahrzeug gleich funktionieren.
Alter und Wert eines Autos können beeinflussen, wie schwierig der Diebstahl wird.
Bei älteren Fahrzeugen funktionieren möglicherweise klassische Methoden.
Moderne und teure Autos können dagegen Alarmanlagen oder Ortungssysteme besitzen.
Teilweise soll sogar das Klonen eines Fahrzeugschlüssels notwendig sein.
Damit macht Rockstar aus einer Aktion, die früher teilweise aus einer einzigen Animation bestand, plötzlich ein kleines Gameplay-System.
Jason und Lucia können sogar ihren Körper verändern
Auch die beiden Hauptfiguren entwickeln sich offenbar stärker.
Fitnessstudios sollen unterschiedliche Übungen anbieten.
Jason und Lucia können Muskeln aufbauen beziehungsweise an Gewicht zulegen.
Gesundheit und Ausdauer lassen sich ebenfalls verbessern.
Das erinnert natürlich sofort an GTA: San Andreas, wo CJ abhängig von Ernährung und Training sichtbar seinen Körper verändern konnte.
GTA 6 scheint diese Idee in moderner Form zurückzubringen.
Und auch hier zeigt sich wieder:
Rockstar möchte offenbar selbst aus vermeintlichen Nebensächlichkeiten spielerische Systeme machen.
Geld wird ebenfalls wichtiger
Ähnlich sieht es beim Geld aus.
Bargeld und Bankkonto werden voneinander unterschieden und Geld soll teilweise sogar für den Fortschritt relevant sein.
Damit könnte GTA 6 Spieler wesentlich stärker dazu bringen, tatsächlich Geld zu verdienen, statt nach einigen Storymissionen ohnehin mehr davon zu besitzen, als man sinnvoll ausgeben kann.
Überfälle, kleinere Jobs und andere Aktivitäten bekommen dadurch möglicherweise einen echten Zweck.
Wenn bestimmte Storyabschnitte ausreichend Kapital voraussetzen, wird die Wirtschaft plötzlich Teil des eigentlichen Spielfortschritts.
Selbst Social Media kann euch zu neuen Orten führen
Auch das Smartphone scheint wesentlich enger mit der Welt verbunden zu sein.
Social-Media-Beiträge innerhalb des Spiels können offenbar Hinweise auf echte Orte in Leonida liefern.
Ihr seht beispielsweise einen interessanten Clip und könnt anschließend versuchen herauszufinden, wo dieser aufgenommen wurde.
Damit wird aus einem eigentlich simplen Fake-Social-Network plötzlich eine Möglichkeit, Inhalte in der offenen Welt zu entdecken.
Das passt ziemlich gut zu Rockstars Florida-Parodie.
Die Polizei soll genauer darauf achten, was ihr macht
Auch bei Verbrechen soll GTA 6 genauer hinschauen.
Nicht nur die eigentliche Tat spielt eine Rolle.
Kleidung, Fahrzeug und andere Details können beeinflussen, wie ihr von der Polizei wahrgenommen beziehungsweise gesucht werdet.
Selbst die Frage, ob Jason und Lucia gemeinsam unterwegs sind, kann relevant werden.
Rockstar scheint also vom simplen Prinzip „Verbrechen = Sterne“ wegzugehen und zusätzliche Ebenen einzubauen.
Wie tief dieses System im fertigen Spiel tatsächlich funktioniert, muss sich natürlich noch zeigen.
GTA 6 könnte weniger Open World und mehr Simulation werden
Genau das ist wahrscheinlich die spannendste Erkenntnis aus all diesen Details.
Die reine Größe ist beeindruckend.
600.000 Animationen sind beeindruckend.
80 Stunden sind beeindruckend.
Aber entscheidend wird sein, ob Rockstar diese Dinge tatsächlich sinnvoll miteinander verbindet.
Eine riesige Karte allein macht schließlich noch kein gutes Spiel.
Eine riesige Karte, auf der NPCs reagieren, Fahrzeuge unterschiedliche Systeme besitzen, Tageszeiten die Welt verändern, Social Media zu Entdeckungen führt und kleine Entscheidungen Konsequenzen haben können, wäre dagegen etwas anderes.
Und im Singleplayer sollen Mikrotransaktionen draußen bleiben
Zumindest für die Story gibt es außerdem eine erfreuliche Information.
Rockstar hat erklärt, dass im Singleplayer keine Mikrotransaktionen vorgesehen sind.
Damit soll die große Einzelspieler-Kampagne offenbar weiterhin als klassisches vollständiges Spielerlebnis funktionieren.
Das sagt allerdings nichts darüber aus, wie ein zukünftiges GTA Online monetarisiert wird.
Nach dem enormen wirtschaftlichen Erfolg von GTA Online dürfte Rockstar dort kaum plötzlich auf zusätzliche Einnahmemöglichkeiten verzichten.
Für Jason und Lucias eigentliche Geschichte sieht die Situation dagegen anders aus.
Vielleicht erklären diese Zahlen auch die lange Entwicklung
GTA 6 befindet sich seit vielen Jahren in Entwicklung.
Bei mehr als 600.000 Animationen, einer gigantischen Spielwelt und zahlreichen miteinander verbundenen Systemen wird zumindest verständlicher, warum Rockstar so viel Zeit benötigt.
Die entscheidende Frage lautet inzwischen weniger, ob GTA 6 groß wird.
Das dürfte geklärt sein.
Die Frage ist vielmehr:
Kann Rockstar diese gigantische Menge an Systemen so zusammenbringen, dass daraus tatsächlich eine glaubwürdige Welt entsteht?
Wenn das gelingt, könnte GTA 6 weit mehr werden als einfach nur ein größeres GTA 5.
Und wenn selbst einer der führenden Rockstar-Entwickler rund 80 Stunden für seinen eigenen Durchlauf benötigt, sollten Spieler im November vielleicht schon einmal etwas mehr Freizeit einplanen.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Was meint ihr: Sind solche gigantischen Dimensionen genau das, was ihr von GTA 6 erwartet – oder wird euch das Spiel langsam sogar zu groß?
