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Von 90 auf nur noch 77 Punkte – bei Wolverine läuft es für Insomniac plötzlich anders

90 Punkte für Spider-Man 2, jetzt nur noch 77 für Marvel’s Wolverine: Mit diesem Unterschied dürften wohl die wenigsten gerechnet haben. Die ersten internationalen Tests zu Insomniacs neuem PS5-Blockbuster sind da – und ausgerechnet Logan schafft etwas, das dem Studio seit Jahren kaum passiert ist. Die Kritiker sind sich überhaupt nicht einig. Während einige Wolverine feiern, vergeben IGN und GameSpot lediglich 6 von 10 Punkten.

Marvel’s Wolverine war eigentlich einer dieser Titel, bei denen viele vermutlich schon vor den ersten Tests mit hohen 80er-Wertungen gerechnet hatten.

Schließlich steht Insomniac Games dahinter.

Und dieses Studio hat in den vergangenen Jahren ziemlich zuverlässig geliefert.

Marvel’s Spider-Man erreichte 87 Punkte bei Metacritic, Miles Morales kam auf 85, Ratchet & Clank: Rift Apart auf 88 und Spider-Man 2 sogar auf starke 90 Punkte.

Wolverine fällt dagegen deutlich aus der Reihe.

Wolverine startet nur mit 77 Punkten

Aktuell steht Marvel’s Wolverine bei Metacritic bei 77 Punkten.

Natürlich ist das keine schlechte Wertung.

Bei einem durchschnittlichen Actionspiel würde vermutlich kaum jemand daraus eine große Geschichte machen.

Bei Insomniac sieht das allerdings anders aus.

Wolverine liegt zehn Punkte hinter dem ersten Spider-Man und sogar 13 Punkte hinter Spider-Man 2.

GamesRadar ordnet den aktuellen Wert sogar als niedrigste Metacritic-Wertung eines ursprünglichen Insomniac-Spiels seit Song of the Deep aus dem Jahr 2016 ein.

Das erreichte damals lediglich 69 Punkte.

Für ein Studio, das in den vergangenen Jahren beinahe automatisch mit hohen Wertungen verbunden wurde, ist das zumindest eine Überraschung.

IGN und GameSpot sind besonders kritisch

Noch auffälliger werden die Wertungen beim Blick auf einzelne große Magazine.

IGN bewertet Marvel’s Wolverine mit 6 von 10 Punkten.

GameSpot kommt ebenfalls nur auf 6 von 10.

Andere Redaktionen bewegen sich ebenfalls im Bereich von sechs oder sieben Punkten.

Gleichzeitig gibt es allerdings auch zahlreiche 8er- und 9er-Wertungen sowie einzelne Höchstwertungen.

Und genau deshalb lässt sich Wolverine derzeit so schwer einordnen.

Das Spiel wird nicht allgemein verrissen.

Die Meinungen gehen schlicht ungewöhnlich weit auseinander.

OpenCritic zeigt bereits ein ganz anderes Bild

Das lässt sich gut am zweiten großen Wertungsaggregator erkennen.

Bei OpenCritic steht Wolverine aktuell bei ungefähr 81 Punkten.

Rund 79 Prozent der dort erfassten Kritiker empfehlen das Spiel.

Plötzlich klingt die Geschichte also schon wesentlich weniger dramatisch.

77 bei Metacritic.

81 bei OpenCritic.

6/10 bei einigen großen Redaktionen.

8er- und 9er-Wertungen bei anderen.

Wolverine scheint eines dieser Spiele zu sein, bei denen die persönliche Erwartung enorm viel ausmacht.

Ausgerechnet Wolverines Kämpfe sorgen für Streit

Eigentlich sollte das Kampfsystem eine ziemlich sichere Sache sein.

Insomniac hat schließlich keinen Spider-Man mit Krallen entwickelt.

Logan kämpft aggressiver, körperlicher und wesentlich brutaler.

Seine Adamantium-Klauen hinterlassen sichtbare Spuren, Gegner werden aus nächster Nähe attackiert und Wolverine wirkt wesentlich schwerer als Peter Parker oder Miles Morales.

Dazu kommen Paraden, Spezialfähigkeiten, Sprungangriffe und ein Rage-System.

Einige Kritiker feiern genau das.

Die Kämpfe fühlen sich unmittelbar an und passen hervorragend zu Wolverine.

Andere Tester haben dagegen ein Problem mit der langfristigen Abwechslung.

Nach einigen Stunden soll Wolverine zu wenig Neues bieten

Genau hier setzt einer der häufigsten Kritikpunkte an.

Die Grundlage des Kampfsystems funktioniert offenbar gut.

Für manche Tester entwickelt sie sich anschließend allerdings nicht weit genug weiter.

Neue Möglichkeiten und zusätzliche spielerische Tiefe sollen zu langsam beziehungsweise nicht umfangreich genug hinzukommen.

Auch The Guardian empfindet die Kämpfe auf Dauer als repetitiv.

Damit entsteht eine ziemlich ungewöhnliche Situation:

Was für einige Tester die größte Stärke von Wolverine ist, wird für andere zur größten Schwäche.

Selbst die Entscheidung gegen eine Open World spaltet die Kritiker

Marvel’s Wolverine ist bewusst kein riesiges Open-World-Spiel.

Eigentlich dürfte das bei vielen Spielern sogar gut ankommen.

Nicht jedes Actionspiel braucht schließlich eine Karte mit 500 Symbolen und 80 Stunden Beschäftigungstherapie.

Insomniac setzt stattdessen auf eine stärker lineare Kampagne.

Einige Kritiker begrüßen diese Entscheidung ausdrücklich.

The Verge sieht gerade in der Konzentration eine Stärke des Spiels.

Andere Tester kritisieren allerdings nicht die Linearität selbst, sondern das Leveldesign.

Einige Bereiche sollen sich teilweise zu sehr nach einfachen Korridoren anfühlen.

Und dann kommt Tokyo und zeigt plötzlich, was möglich gewesen wäre

Besonders interessant ist deshalb der Tokyo-Abschnitt.

Dort öffnet sich Wolverine stärker.

Spieler bekommen mehr Möglichkeiten zur Erkundung und die Struktur wird durch zusätzliche Aktivitäten aufgelockert.

Ausgerechnet dieser Abschnitt wird von einigen Kritikern besonders positiv hervorgehoben.

Dadurch stellt sich allerdings zwangsläufig die Frage, warum nicht mehr Teile des Spiels ähnlich aufgebaut wurden.

Auch hier dürfte die persönliche Vorliebe entscheiden.

Wer ein fokussiertes Actionspiel möchte, könnte mit der linearen Struktur überhaupt kein Problem haben.

Wer nach Spider-Man 2 ein ähnlich umfangreiches Erlebnis erwartet, könnte dagegen enttäuscht werden.

Bei Wolverine selbst scheint Insomniac ins Schwarze getroffen zu haben

Wesentlich weniger Streit gibt es um Logan.

Liam McIntyre übernimmt die Rolle und wird in mehreren Tests positiv hervorgehoben.

Insomniac zeigt Wolverine nicht nur als brutale Kampfmaschine.

Seine Vergangenheit, Schuld und persönlichen Konflikte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Bekannte Figuren wie Jean Grey, Sabretooth und Mystique gehören zur Geschichte.

Bolivar Trask und die Verfolgung von Mutanten bilden weitere zentrale Bestandteile der Handlung.

Nicht jeder Kritiker ist mit der Story zufrieden.

Die Darstellung von Wolverine selbst scheint allerdings für viele zu funktionieren.

Optisch bleibt Insomniac auf gewohnt hohem Niveau

Und wer befürchtet, dass Wolverine technisch ebenfalls hinter Spider-Man zurückfällt, kann offenbar beruhigt sein.

Die Präsentation gehört zu den deutlich weniger umstrittenen Bereichen.

Animationen, Figurenmodelle und die Inszenierung der Kämpfe bewegen sich auf hohem Niveau.

Auch Wolverines Heilungsfaktor wird sichtbar umgesetzt.

Hinzu kommt die wesentlich härtere Darstellung.

Insomniac wollte ausdrücklich kein familienfreundliches Spider-Man-Abenteuer mit Logan bauen.

Blut und sichtbare Verletzungen gehören entsprechend zum Konzept.

Die niedrigeren Wertungen entstehen also nicht aufgrund einer grundsätzlich schwachen technischen Umsetzung.

79,99 Euro machen die Entscheidung trotzdem interessanter

Marvel’s Wolverine ist außerdem kein günstiges Experiment.

Die Standard Edition kostet im deutschen PlayStation Store 79,99 Euro.

Damit dürften die gemischten Tests gerade für Spieler interessant werden, die bislang nicht vorbestellt haben.

80 Euro für den nächsten sicheren Insomniac-Hit?

Diese Entscheidung wäre wahrscheinlich relativ einfach gewesen.

80 Euro für ein Spiel, bei dem große Magazine zwischen 6/10 und 9/10 schwanken?

Da wartet möglicherweise mancher lieber erst einmal ab.

Für Sony ist Wolverine trotzdem kein Flop

Und genau hier muss man bei der ganzen Geschichte etwas aufpassen.

77 Punkte bedeuten nicht, dass Marvel’s Wolverine gescheitert ist.

Noch weniger lässt sich daraus bereits ein kommerzieller Flop ableiten.

Das Spiel ist noch nicht einmal regulär erschienen.

Wolverine ist eine riesige Marvel-Marke, Insomniac besitzt einen hervorragenden Ruf und das Spiel erreichte bereits vor Veröffentlichung hohe Positionen in den PlayStation-Store-Ranglisten.

Die aktuellen Tests zeigen lediglich:

Der nahezu sichere Kritikerhit, mit dem vielleicht viele gerechnet hatten, ist es bislang nicht geworden.

Vielleicht mögen die Spieler Wolverine am Ende sogar deutlich lieber

Und genau deshalb wird der 15. September besonders interessant.

Dann erscheint Marvel’s Wolverine für PlayStation 5 und normale Spieler können sich selbst ein Bild machen.

Gerade bei einem Spiel wie diesem könnten Kritiker- und Spielermeinungen deutlich auseinandergehen.

Wer keine riesige Open World möchte, brutale Nahkämpfe liebt und einfach 15 bis 20 Stunden Logan spielen will, könnte mit einigen Kritikpunkten überhaupt kein Problem haben.

Wer dagegen nach Spider-Man 2 den nächsten großen Entwicklungsschritt von Insomniac erwartet, dürfte wesentlich genauer hinschauen.

Von 90 auf 77 – und trotzdem könnte Wolverine genau das richtige Spiel sein

Die Zahl sieht zunächst brutal aus.

Spider-Man 2: 90.

Wolverine: 77.

Aber Metacritic erzählt eben nicht die komplette Geschichte.

OpenCritic steht bei ungefähr 81 Punkten und zahlreiche Kritiker bewerten Wolverine deutlich besser.

Was sich allerdings kaum wegdiskutieren lässt:

So uneinig waren sich die Tester bei einem großen Insomniac-Spiel schon lange nicht mehr.

Und vielleicht macht genau das Wolverine am Ende interessanter als den nächsten vorhersehbaren 90-Punkte-Hit.

Was meint ihr: Schrecken euch 77 Punkte bei einem 79,99-Euro-Spiel ab oder würdet ihr Wolverine unabhängig von den Wertungen direkt zum Release kaufen?

 

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