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Wolverine floppt? Sonys neuer PS5-Blockbuster startet viel schwächer als erwartet

Marvel’s Wolverine sollte eigentlich einer dieser PlayStation-Releases werden, bei denen die Frage nur lautet, wie hoch die Wertungen ausfallen. Insomniac Games, Marvel, Wolverine und jahrelange Vorfreude – auf dem Papier klang das fast nach einem sicheren Treffer.

Doch der Start verläuft anders als erwartet.

Marvel’s Wolverine landet bei den internationalen Kritikern derzeit nur im Bereich von rund 77 bis 78 Punkten. Für viele Spiele wäre das noch immer eine vollkommen ordentliche Wertung. Für Insomniac und eines der wichtigsten PS5-Exklusivspiele des Jahres ist das Ergebnis allerdings auffällig.

Also: Floppt Wolverine?

Noch nicht. Zumindest können wir das aktuell nicht seriös behaupten.

Aber bei den Wertungen erlebt Logan definitiv einen deutlich härteren Start, als Sony sich vermutlich erhofft haben dürfte.

Wolverine fällt deutlich hinter Spider-Man zurück

Das Problem ist weniger die eigentliche Zahl als der Vergleich mit Insomniacs bisherigen Marvel-Spielen.

Marvel’s Spider-Man erreichte auf Metacritic 87 Punkte.

Marvel’s Spider-Man: Miles Morales kam auf 85.

Marvel’s Spider-Man 2 schaffte sogar 90 Punkte.

Wolverine landet dagegen rund zehn Punkte unter Spider-Man 2.

Das ist für ein Studio ungewöhnlich, das in den vergangenen Jahren praktisch zum Synonym für verlässlich hochwertige PlayStation-Blockbuster geworden ist.

Noch deutlicher wird der Unterschied beim Blick auf Insomniacs eigene Geschichte.

Wolverine gehört zu den schwächsten bewerteten neuen Spielen des Studios seit ungefähr zehn Jahren.

Das bedeutet nicht, dass plötzlich alle Tester das Spiel zerreißen. Ganz im Gegenteil: Viele Reviews sind positiv.

Aber die beinahe automatische 85-bis-90-Punkte-Zone, in der man Insomniac inzwischen erwartet, wird diesmal deutlich verfehlt.

Einige große Magazine drücken Wolverine ordentlich nach unten

Auch die einzelnen Bewertungen zeigen, warum der Durchschnitt so ungewöhnlich niedrig ausfällt.

GameSpot vergab beispielsweise lediglich 6 von 10 Punkten.

IGN landete ebenfalls bei 6 von 10.

Eurogamer bewertete das Spiel mit 3 von 5 Punkten, während Giant Bomb nur 2,5 von 5 vergab.

Auf der anderen Seite stehen durchaus sehr gute Bewertungen und sogar Höchstwertungen.

Genau dadurch entsteht ein ungewöhnlich breites Bild.

Die einen sehen in Wolverine ein brutales und fokussiertes Actionspiel mit einer hervorragenden Hauptfigur. Andere kritisieren monotone Kämpfe, wenig spielerische Entwicklung und eine Struktur, die für einen großen PS5-Titel teilweise erstaunlich konventionell wirkt.

Ausgerechnet Logan selbst ist offenbar nicht das Problem

Kurioserweise scheint Wolverine als Figur noch einer der Punkte zu sein, bei denen sich viele Kritiker relativ einig sind.

Liam McIntyres Darstellung von Logan wird häufig positiv hervorgehoben. Auch die Inszenierung, die Brutalität und viele Story-Momente kommen gut weg.

Die Kritik trifft stärker das eigentliche Spielgerüst.

Kämpfe sehen spektakulär aus, verändern sich über die Kampagne aber offenbar nicht genug. Erkundung und Nebenaktivitäten wirken teilweise eher wie bekannte AAA-Routine, während einige Tester mehr spielerische Überraschungen erwartet hatten.

Genau das ist für ein Spiel mit Wolverine natürlich fast schon ironisch.

Die Krallen sind scharf.

Das Spiel dahinter ist einigen Kritikern offenbar zu zahm.

Von einem echten Flop können wir trotzdem noch nicht sprechen

Und genau hier wird die Überschrift wichtig.

Marvel’s Wolverine ist derzeit kein nachgewiesener kommerzieller Flop.

Das Spiel ist erst am 15. September erschienen. Belastbare Verkaufszahlen liegen entsprechend noch nicht vor.

Auch große Spielerwertungen sind unmittelbar zum Start noch kaum aussagekräftig.

Wer heute bereits behauptet, Wolverine sei bei den Verkäufen gescheitert, würde schlicht raten.

Was wir dagegen sagen können: Gemessen an den extrem hohen Erwartungen und Insomniacs bisheriger Erfolgsserie fällt der Start bei den Kritikern überraschend schwach aus.

Für ein normales Actionspiel wären 77 oder 78 Punkte kein Drama.

Für den Entwickler von Spider-Man 2 ist es eine andere Geschichte.

Und genau deshalb dürfte Sony die nächsten Zahlen sehr genau beobachten

Spannend wird nun, wie die Spieler reagieren.

Denn Wertungen und Verkäufe müssen keineswegs dasselbe erzählen.

Es gibt regelmäßig Spiele, die bei Kritikern nur ordentlich abschneiden und sich trotzdem millionenfach verkaufen. Wolverine besitzt mit Marvel, PlayStation und einer der bekanntesten Comicfiguren überhaupt gleich mehrere starke Marken im Rücken.

Auch die enorme Marketingkampagne dürfte helfen.

Sollten die Verkäufe entsprechend stark ausfallen, dürfte bei Sony kaum jemand wegen eines Metascores im hohen 70er-Bereich in Panik geraten.

Sollten dagegen auch die Verkaufszahlen unter den Erwartungen bleiben, würde die Sache plötzlich erheblich interessanter.

Dann könnte aus dem momentan noch etwas frechen „Wolverine floppt?“ tatsächlich eine ernsthafte Frage werden.

Aktuell ist es dafür zu früh.

Bei den Wertungen hat Logan allerdings schon den ersten ordentlichen Kratzer abbekommen.

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