Wer in GTA 5 unterwegs ist, kann gefühlt ein komplettes Waffenlager in der Hosentasche verstecken. Sturmgewehre, Schrotflinten und andere schwere Waffen verschwinden einfach im Inventar und tauchen bei Bedarf wieder auf. GTA 6 macht damit offenbar Schluss. Rockstar begrenzt nicht nur, was Jason und Lucia gleichzeitig tragen können – erstmals spielt auch eine größere Rolle, ob andere Menschen eure Waffen sehen. Und genau das kann in Vice City unangenehme Folgen haben.
Ein GTA-Protagonist brauchte bislang keine besonders großen Taschen.
Michael, Franklin und Trevor konnten in GTA 5 schließlich problemlos zahlreiche Waffen gleichzeitig mit sich herumtragen. Wo genau ein ausgewachsenes Sturmgewehr wenige Sekunden zuvor versteckt war, spielte keine Rolle.
Bei GTA 6 möchte Rockstar dieses typische Videospielprinzip offenbar nicht mehr einfach ignorieren.
Rob Nelson, Co-Studioleiter von Rockstar North, hat in einem ausführlichen Gespräch mit GTA-YouTuber TGG erklärt, wie das neue Waffensystem funktioniert.
Und das verändert tatsächlich eine Mechanik, die GTA-Spieler seit Jahren gewohnt sind.
Die unsichtbare Waffenkammer verschwindet
Kleine Waffen dürfen Jason und Lucia weiterhin verstecken.
Nach Nelsons Angaben können beide Charaktere bis zu zwei Handfeuerwaffen verdeckt mitführen.
Wer also mit einer Pistole durch Vice City läuft, muss diese nicht permanent sichtbar am Gürtel tragen.
Bei größeren Waffen gelten allerdings andere Regeln.
Bis zu zwei Langwaffen können mitgenommen werden. Eine davon lässt sich sichtbar auf dem Rücken tragen, während eine weitere in der Hand gehalten werden muss.
Einfach mehrere Gewehre, Schrotflinten und andere große Waffen unsichtbar im Inventar verschwinden zu lassen, funktioniert damit nicht mehr wie in GTA 5.
Und das hat einen interessanten Nebeneffekt.
Mit einem Gewehr in der Hand fallt ihr plötzlich auf
Denn die Bewohner von Vice City sind offenbar nicht vollkommen blind.
NPCs erkennen, wie Jason oder Lucia mit einer Waffe umgehen.
Eine Langwaffe lediglich auf dem Rücken zu tragen, muss nicht zwangsläufig für Panik sorgen.
Ganz anders sieht es aus, wenn ihr mit dem Gewehr in der Hand durch eine belebte Gegend marschiert.
Menschen können dadurch nervös werden und versuchen, Abstand zum Spieler zu gewinnen.
Rockstar unterscheidet also offenbar zwischen dem bloßen Tragen einer Waffe und einem Verhalten, das von NPCs als potenzielle Bedrohung wahrgenommen wird.
Klingt zunächst nach einem kleinen Detail.
Im normalen Spiel könnte es allerdings ziemlich wichtig werden.
Einfach die dickste Knarre ziehen? Vielleicht keine gute Idee mehr
Genau hier unterscheidet sich GTA 6 deutlich von seinem Vorgänger.
In GTA 5 konnte der Spieler praktisch direkt neben einem NPC eine große Waffe hervorholen, ohne dass die betreffende Person sonderlich beeindruckt davon sein musste.
Für Rockstar passt das offenbar nicht mehr zur deutlich detaillierteren Welt des Nachfolgers.
Wenn Figuren glaubwürdiger aussehen, auf ihre Umgebung reagieren und komplexere Verhaltensweisen besitzen, fällt schließlich umso stärker auf, wenn sie einen schwer bewaffneten Menschen neben sich vollkommen ignorieren.
Deshalb sollen Waffen stärker Teil der tatsächlichen Spielwelt werden.
Ein Sturmgewehr ist dann nicht mehr einfach nur ein kleines Symbol im Waffenrad.
Es hängt sichtbar an Jason oder Lucia.
Und andere Menschen können es sehen.
Auch die Polizei dürfte genauer hinschauen
Spannend wird das Ganze spätestens dann, wenn Polizisten in der Nähe sind.
GTA 6 scheint nicht einfach nach dem Prinzip zu funktionieren: Waffe sichtbar = sofort Fahndungslevel.
Stattdessen soll offenbar stärker berücksichtigt werden, was der Spieler tatsächlich tut.
Eine Langwaffe auf dem Rücken könnte beispielsweise noch akzeptiert werden.
Mit einem Gewehr in der Hand mitten durch eine Menschenmenge zu laufen, dürfte dagegen wesentlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen.
Im Extended Look waren bereits Situationen zu erkennen, in denen die Umgebung auf offen bewaffnete Charaktere reagiert.
Wie weit Rockstar dieses System im fertigen Spiel tatsächlich treibt, bleibt abzuwarten.
Fest steht allerdings: Eine Waffe zu ziehen wird offenbar stärker zur bewussten Entscheidung.
Spieler müssen plötzlich überlegen, welche Waffen sie überhaupt mitnehmen
Das könnte auch Missionen verändern.
Bislang war die Vorbereitung auf einen Einsatz in GTA relativ unkompliziert.
Warum sich für eine bestimmte Waffe entscheiden, wenn man ohnehin praktisch alles mitnehmen kann?
Genau dieser Luxus wird in GTA 6 eingeschränkt.
Wenn nur eine begrenzte Anzahl großer Waffen gleichzeitig transportiert werden kann, müssen Spieler möglicherweise bereits vor einer Mission überlegen, welche Ausrüstung sinnvoll ist.
Brauche ich eine Schrotflinte?
Nehme ich lieber ein Sturmgewehr?
Oder möchte ich möglichst unauffällig bleiben und ausschließlich versteckte Handfeuerwaffen verwenden?
Damit entsteht aus einer vermeintlich kleinen Änderung plötzlich eine zusätzliche spielerische Entscheidung.
Rockstar dreht nicht einfach nur den Realismus hoch
Das neue Waffensystem passt zu zahlreichen Details, die Rockstar inzwischen über GTA 6 verraten hat.
Die Welt soll wesentlich stärker auf Jason und Lucia reagieren.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Waffen.
Auch der körperliche Zustand der beiden Hauptfiguren spielt eine Rolle. Schlaf, Regeneration, Ernährung und körperliche Fitness gehören zu den Systemen, mit denen Rockstar seine Charaktere stärker in die Spielwelt integrieren möchte.
Hinzu kommen Veränderungen beim Fahndungssystem sowie die Rolle von Zeugen und Kameras.
Verbrechen sollen dadurch stärker von der Umgebung wahrgenommen werden.
Rockstar verfolgt offenbar ein klares Ziel: Vice City soll sich nicht nur größer und schöner anfühlen, sondern auch glaubwürdiger auf das reagieren, was der Spieler gerade veranstaltet.
Zu viel Realismus will Rockstar allerdings ebenfalls nicht
Bei all diesen Systemen stellt sich zwangsläufig eine Frage:
Wird GTA 6 am Ende vielleicht sogar zu realistisch?
Offenbar hat sich Rockstar genau darüber während der Entwicklung Gedanken gemacht.
Nicht jede getestete Mechanik hat es ins fertige Spiel geschafft.
So experimentierte das Studio unter anderem mit einem umfangreicheren Ernährungssystem. Spieler sollten Lebensmittel einkaufen und den Kühlschrank ihrer Unterkunft regelmäßig auffüllen.
Realistisch?
Sicherlich.
Aber wahrscheinlich nicht unbedingt das, worauf Millionen GTA-Spieler nach Feierabend besonders viel Lust haben.
Die Idee wurde wieder verworfen.
Das begrenzte Waffeninventar blieb dagegen erhalten, weil es offenbar nicht nur für mehr Glaubwürdigkeit sorgt, sondern gleichzeitig konkrete Auswirkungen auf das Gameplay besitzt.
Der Raketenwerfer aus der Hosentasche hat wohl ausgedient
Und damit verabschiedet sich GTA 6 tatsächlich von einem der ältesten und gleichzeitig absurdesten Videospieltricks der Serie.
Große Waffen existieren künftig sichtbar am Charakter.
NPCs können sie wahrnehmen.
Das Verhalten der Bevölkerung verändert sich abhängig davon, ob eine Waffe lediglich getragen oder tatsächlich in der Hand gehalten wird.
Und Spieler müssen stärker darüber nachdenken, welche Ausrüstung sie überhaupt mitnehmen.
Natürlich bleibt abzuwarten, wie streng das System im fertigen Spiel ausfällt.
GTA soll schließlich weiterhin GTA bleiben.
Trotzdem könnte ausgerechnet diese vermeintlich kleine Änderung einen erstaunlich großen Unterschied machen.
Denn wer künftig mitten in Vice City mit einem Gewehr in der Hand spazieren geht, sollte sich nicht mehr wundern, wenn die Menschen plötzlich einen großen Bogen um ihn machen.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Was haltet ihr von der Änderung? Findet ihr das begrenzte Waffeninventar besser oder wollt ihr in GTA weiterhin ein komplettes Waffenlager unsichtbar mit euch herumtragen können?
Quelle: TGG / YouTube
