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Gaming-Studio postet Cocktail mit Giftpflanze – 36 Stunden später folgt die Warnung

Es gibt Marketingaktionen, bei denen man sich hinterher fragt, ob vor der Veröffentlichung eigentlich irgendjemand noch einmal auf „Google“ gedrückt hat.

Love and Deepspace liefert dafür gerade ein ziemlich beeindruckendes Beispiel.

Das erfolgreiche Dating- und Gacha-Spiel veröffentlichte auf seinen offiziellen Social-Media-Kanälen mehrere Drinks passend zu den männlichen Charakteren des Spiels.

Früchte.

Sirup.

Dekoration.

Alles hübsch angerichtet.

Nur bei zwei Zutaten gab es ein kleines Problem:

Dabei handelte es sich um echte Pflanzen, die giftig sind und im Fall von Datura sogar psychoaktive Wirkungen besitzen können.

Fans bemerkten das ziemlich schnell.

Der Entwickler offenbar etwas später.

Rund 36 Stunden nach dem ursprünglichen Beitrag folgte schließlich eine offizielle Warnung:

Bitte auf keinen Fall nachmachen.

Eigentlich sollten es nur niedliche Drinks zum Spiel sein

Die Aktion gehörte zum aktuellen Sleepless-Banquet-Event von Love and Deepspace.

Das Spiel von Infold Games gehört inzwischen zu den größten Vertretern seines Genres und dreht sich unter anderem um verschiedene männliche Charaktere, mit denen Spieler romantische Beziehungen aufbauen können.

Passend zum Event veröffentlichte der offizielle Account mehrere thematische Getränke.

Die Drinks orientierten sich dabei an sogenannten Blobbús beziehungsweise Figuren und Motiven aus dem Spiel.

Fans wurden sogar dazu eingeladen, eigene Ideen und Bilder rund um die Aktion zu teilen.

Eigentlich eine vollkommen harmlose Social-Media-Aktion.

Bis jemand die Zutaten genauer las.

Zwei der Dekorationen sollte man definitiv nicht ins Glas werfen

Bei zwei Getränken wurden als Dekoration Pflanzen verwendet, die in der Realität problematisch sind.

Genannt wurden unter anderem Flame Lily und Datura.

Beide Pflanzen gelten als giftig.

Datura ist darüber hinaus für ihre psychoaktiven Inhaltsstoffe bekannt und kann bei einer Vergiftung schwere gesundheitliche Folgen verursachen.

Wir verzichten an dieser Stelle bewusst darauf, die betreffenden Mischungen oder deren genaue Zusammenstellung wiederzugeben.

Das Problem war schließlich genau das:

Die Grafiken sahen auf den ersten Blick wie normale Cocktail-Ideen aus.

Und nicht wie etwas, das man besser ausschließlich innerhalb eines Videospiels betrachtet.

Die Community bemerkte das ziemlich schnell

Fans reagierten entsprechend irritiert.

Unter den Beiträgen tauchten Warnungen auf, dass einige der genannten Pflanzen keinesfalls konsumiert werden sollten.

Auch eine Community Note wurde dem Beitrag hinzugefügt.

Mehrere Nutzer forderten andere Spieler ausdrücklich dazu auf, die Drinks nicht nachzumachen.

Das Ganze bekam dadurch eine ziemlich absurde Dynamik.

Ein Dating-Spiel wollte seinen Fans ein paar hübsche Getränke präsentieren.

Das Internet musste anschließend darauf hinweisen, dass zwei davon besser niemals auf einer echten Party auftauchen sollten.

Dann meldete sich Love and Deepspace selbst

Schließlich reagierte auch der offizielle Account.

Love and Deepspace stellte klar, dass sämtliche gezeigten Getränke rein fiktional seien und ausschließlich zum Spiel beziehungsweise Event gehören.

Spieler sollten sie ausdrücklich weder nachmachen noch konsumieren.

Damit war zumindest eindeutig klargestellt:

Nein, Infold Games möchte nicht, dass seine Community plötzlich mit giftigen Pflanzen Cocktails mixt.

PC Gamer berichtet, dass diese Klarstellung rund 36 Stunden nach dem ursprünglichen Beitrag erschien.

Verletzt wurde offenbar niemand

Bei aller Absurdität der Geschichte gibt es einen wichtigen Punkt.

Bislang gibt es keine bestätigten Berichte darüber, dass jemand die Getränke tatsächlich nachgemacht und sich dadurch vergiftet hätte.

Die Geschichte dreht sich also um eine potenziell gefährliche Marketingidee und die anschließende Warnung – nicht um bestätigte Verletzte.

Das macht die ganze Sache glücklicherweise eher zu einer ziemlich bizarren Gaming-Marketingpanne als zu einem echten Unglück.

Warum verwendet man überhaupt echte Giftpflanzen?

Die Erklärung dürfte zumindest teilweise im Spiel selbst liegen.

Bestimmte Blumen werden mit einzelnen Charakteren aus Love and Deepspace verbunden.

Datura gehört beispielsweise zum Motiv rund um Sylus, während die Flame Lily mit Rafayel in Verbindung gebracht wird.

Für eine hübsche Grafik ergibt das also durchaus Sinn.

Für einen Beitrag, der optisch wie eine echte Getränkezubereitung wirkt, eher weniger.

Genau deshalb sorgt die Geschichte gerade für so viel Aufmerksamkeit.

Niemand wundert sich darüber, wenn ein Fantasy-Spiel eine giftige Blume zeigt.

Wenn dieselbe Blume plötzlich dekorativ in einem Glas steckt und daneben mehrere andere reale Zutaten stehen, sieht die Sache schon etwas anders aus.

Und das Internet wäre nicht das Internet ohne die nächste Theorie

Natürlich dauerte es ebenfalls nicht lange, bis Nutzer darüber spekulierten, ob die Grafiken möglicherweise mit KI erstellt oder zumindest nicht ausreichend geprüft worden seien.

Belegt ist das allerdings nicht.

Der Entwickler hat bislang lediglich die Sicherheitswarnung veröffentlicht.

Alles darüber hinaus bleibt Spekulation.

Und eigentlich braucht diese Geschichte auch gar keine zusätzliche Verschwörung.

Ein millionenfach gespieltes Dating-Game veröffentlicht Cocktail-Grafiken mit giftigen Pflanzen und muss anschließend öffentlich erklären, dass man die Drinks bitte nicht wirklich trinken soll.

Mehr Gaming-Internet braucht man für einen Montag eigentlich nicht.

Vielleicht sollte das nächste Event einfach bei Cola und Orangensaft bleiben.

Quelle:https://www.pcgamer.com/games/adventure/developer-gets-a-little-too-silly-recommends-deadly-psychoactive-ingredient-in-its-bad-boy-themed-cocktail/

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