Was ist denn plötzlich bei Call of Duty passiert?
Noch im August wurde die Beta von Modern Warfare 4 auf Steam regelrecht zerlegt.
Nur rund 37 Prozent der Bewertungen waren damals positiv.
Technische Probleme, Abstürze, Gameplay-Kritik und jede Menge genervte Spieler sorgten für einen ziemlich unschönen Start.
Zwei Monate später sieht die Situation komplett anders aus.
Die Kampagne von Modern Warfare 4 ist inzwischen im Early Access verfügbar – und die ersten Steam-Spieler feiern das Spiel regelrecht.
Nach einer aktuellen Auswertung sind inzwischen rund 87 Prozent der mehr als 2.000 Bewertungen positiv.
Damit wäre Modern Warfare 4 aktuell sogar das am besten bewertete Call of Duty auf Steam seit dem ursprünglichen Black Ops von 2010.
Von 37 Prozent auf mehr als 87 Prozent
Der Unterschied könnte kaum größer sein.
Im August hatten wir bei PlayStationInfo.de über den ziemlich katastrophalen Steam-Start der Modern-Warfare-4-Beta berichtet.
Zu diesem Zeitpunkt lagen die positiven Bewertungen bei lediglich rund 37 Prozent.
Jetzt zeigt die SteamDB-Auswertung ein komplett anderes Bild.
Modern Warfare 4 erreichte zunächst rund 81 Prozent positive Bewertungen.
Nur einen Tag später stieg die Zahl laut Insider Gaming bereits auf rund 87,4 Prozent bei mehr als 2.000 Rezensionen.
Damit liegt das Spiel derzeit sogar über Black Ops III und sämtlichen neueren Call-of-Duty-Veröffentlichungen auf Steam.
Die Kampagne kommt offensichtlich richtig gut an
Der Grund dürfte relativ einfach sein.
Momentan bewerten vor allem Spieler die vorzeitig freigeschaltete Einzelspieler-Kampagne.
Und genau die erhält ausgesprochen viel Lob.
Insider Gaming bezeichnet sie in seinem Test sogar als möglicherweise beste Call-of-Duty-Kampagne überhaupt.
Auch andere frühe Reaktionen fallen auffällig positiv aus.
Gelobt werden unter anderem Inszenierung, größere Missionen, technische Präsentation und die Geschichte.
Nach einigen eher durchwachsenen Call-of-Duty-Jahren scheint Infinity Ward zumindest beim Singleplayer einen Nerv getroffen zu haben.
Der größte Test kommt allerdings erst noch
Bevor Activision jetzt den Champagner öffnet, gibt es einen ziemlich großen Haken.
Modern Warfare 4 ist noch nicht vollständig veröffentlicht.
Der eigentliche Launch erfolgt am 23. Oktober.
Dann kommen Multiplayer, DMZ und weitere Inhalte hinzu.
Und genau dort könnte sich die Steam-Bewertung noch massiv verändern.
Aktuell stammen viele Rezensionen von Spielern, die das Spiel vorbestellt beziehungsweise bewusst für den Kampagnen-Early-Access gekauft haben.
Diese Gruppe dürfte Call of Duty grundsätzlich positiver gegenüberstehen als der durchschnittliche Käufer.
Insider Gaming weist deshalb selbst darauf hin, dass die heutige Bewertung keineswegs stabil bleiben muss.
Multiplayer könnte die schöne Zahl sehr schnell zerstören
Call of Duty hat in den vergangenen Jahren regelmäßig gezeigt, wie schnell eine Community kippen kann.
Skill-Based Matchmaking.
Serverprobleme.
Waffen-Balancing.
Skins.
Cheater.
Battle Pass.
Monetarisierung.
Es reichen ein oder zwei größere Probleme und aus einer positiven Steam-Wertung wird innerhalb weniger Tage eine Kommentar-Schlacht.
Bei Modern Warfare 4 kommt außerdem hinzu, dass gerade der Multiplayer während der Beta viel Kritik abbekommen hatte.
Infinity Ward hat seitdem verschiedene Systeme überarbeitet.
Ob das reicht, erfahren wir spätestens beim vollständigen Release.
Activision versucht diesmal tatsächlich einiges anders
Modern Warfare 4 ist trotzdem nicht einfach nur Modern Warfare III mit einer neuen Zahl.
Infinity Ward verändert unter anderem die 2XP-Tokens, bringt neue Kartenkonzepte und experimentiert sogar mit einem Modus, der auffällig stark an Counter-Strike und Valorant erinnert.
Bei GamerInfos haben wir bereits ausführlich über den neuen Collateral-Modus mit Kaufphasen, Bombenplätzen und komplettem Ausrüstungsverlust beim Tod berichtet.
Keine Killstreaks.
Keine automatische Heilung.
Keine klassischen Loadouts.
Für Call of Duty ist das ziemlich ungewöhnlich.
Vielleicht zahlt sich der Mut diesmal tatsächlich aus.
Besonders brutal sieht dagegen Black Ops 7 aus
Der Vergleich mit dem direkten Vorgänger fällt momentan fast schon gemein aus.
In der von Insider Gaming veröffentlichten Übersicht liegt Black Ops 7 bei nur rund 38,7 Prozent positiven Steam-Bewertungen.
Black Ops 6 erreicht ungefähr 45,8 Prozent.
Modern Warfare III liegt bei rund 48 Prozent.
Modern Warfare 4 steht aktuell dagegen bei über 87 Prozent.
Natürlich stammen diese Zahlen aus unterschiedlichen Phasen ihrer Lebenszyklen und die Zahl der Bewertungen unterscheidet sich massiv.
Ein perfekter Vergleich ist das also nicht.
Als Momentaufnahme zeigt es trotzdem, wie ungewöhnlich positiv Modern Warfare 4 derzeit startet.
Vielleicht hat Call of Duty genau diese Kampagne gebraucht
Call of Duty verkauft sich seit Jahren gigantisch.
Trotzdem wirkt die Marke bei Teilen der Community zunehmend wie Routine.
Jedes Jahr ein neuer Teil.
Jedes Jahr die gleiche Diskussion über Multiplayer, Skins und Monetarisierung.
Eine richtig starke Kampagne könnte deshalb genau die Art positive Überraschung sein, die Modern Warfare 4 benötigt.
Ob daraus ein vollständiges Comeback wird, entscheidet sich allerdings erst am 23. Oktober.
Denn aktuell feiern die Spieler nur einen Teil des Pakets.
Wenn der Multiplayer ebenfalls überzeugt, könnte Modern Warfare 4 tatsächlich einer der stärksten Call-of-Duty-Starts seit Jahren werden.
Wenn nicht, schauen wir uns die 87 Prozent vielleicht in einer Woche noch einmal an und fragen uns, wo sie geblieben sind.
Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
