Wer bei der PlayStation 6 auf die Rückkehr einer günstigen 500-Euro-Konsole hofft, sollte sich vielleicht schon einmal vorsichtig von diesem Gedanken verabschieden.
Ein neuer Bericht rund um die angeblichen Produktionskosten der PS6 sorgt gerade für ziemlich unangenehme Zahlen.
Allein Arbeitsspeicher und SSD sollen Sony demnach inzwischen mehr als 680 US-Dollar pro Konsole kosten.
Nicht die komplette PS6.
Nur RAM und Speicher.
Rechnet man ältere Schätzungen für Prozessor, Mainboard, Kühlung, Netzteil und Gehäuse hinzu, landet man theoretisch sogar in der Nähe von 1.000 Dollar Materialkosten.
Bevor jetzt allerdings jemand 1.299 Euro für die PS6 in seinen Sparplan schreibt: Keine dieser Zahlen ist offiziell bestätigt.
Mehr als 680 Dollar nur für RAM und SSD
Die neue Angabe stammt vom Hardware-Insider KeplerL2, der in der Vergangenheit mehrfach frühzeitig Informationen zu AMD-Hardware veröffentlicht hat.
Nach seiner aktuellen Einschätzung würden RAM und NAND-Speicher für die PlayStation 6 zusammen inzwischen mehr als 680 US-Dollar kosten.
Genau hier liegt momentan eines der größten Probleme für Sony.
Als die PS6-Hardware ursprünglich geplant wurde, sollen die entsprechenden Komponenten wesentlich günstiger gewesen sein.
Seitdem haben sich die Bedingungen auf dem Speichermarkt allerdings massiv verändert.
Vor allem KI-Rechenzentren benötigen gewaltige Mengen schneller Speicherchips und sorgen damit für zusätzliche Nachfrage.
Für klassische Unterhaltungselektronik wird das zunehmend teuer.
Eine komplette PS5 kostet weniger
Die Zahl wirkt vor allem deshalb so extrem, weil eine vollständige PlayStation 5 in den USA derzeit 649,99 Dollar kostet.
Der angebliche Speicherposten der PS6 wäre damit bereits teurer als eine komplette aktuelle Konsole im Laden.
Natürlich werden hier zwei unterschiedliche Dinge miteinander verglichen.
Sony kauft Bauteile nicht zu normalen Endkundenpreisen ein und besitzt langfristige Lieferverträge mit Herstellern.
Die exakten Konditionen kennen weder KeplerL2 noch andere Außenstehende.
680 Dollar sind deshalb keine bestätigte Rechnung, die Samsung oder Micron bereits an Sony geschickt haben.
Trotzdem zeigt die Schätzung, warum die nächste Konsolengeneration beim Preis so schwierig werden könnte.
Die PS6 könnte theoretisch bei fast 1.000 Dollar Materialkosten landen
PC Games Hardware hat die neue Zahl mit einer älteren Stücklisten-Schätzung kombiniert.
Damals wurden für die übrigen Komponenten der PS6 etwa 300 Dollar angesetzt.
Setzt man dazu mehr als 680 Dollar für Speicher und SSD an, landet die theoretische Rechnung bei mehr als 980 Dollar.
Auch das ist ausdrücklich keine bestätigte Herstellungssumme.
Es werden zwei unterschiedliche Schätzungen miteinander kombiniert.
Der tatsächliche Einkaufspreis von Sony kann höher oder niedriger liegen.
Eine vierstellige Größenordnung wirkt angesichts der aktuellen Hardwarepreise inzwischen allerdings zumindest nicht mehr völlig absurd.
Sony könnte beim Arbeitsspeicher bereits den Rotstift ansetzen
Interessant ist deshalb ein älteres Gerücht.
Die PS6 soll ursprünglich mit ungefähr 30 GB GDDR7-Speicher geplant worden sein.
Als mögliche Sparmaßnahme wurden inzwischen allerdings auch 24 GB genannt.
Damit würde Sony nicht nur weniger Speicherchips benötigen.
Auch das Speicherinterface könnte schmaler ausfallen.
Das spart Geld, hätte gleichzeitig aber technische Auswirkungen auf Speicherbandbreite und verfügbare Kapazität.
Genau über diese Problematik hatten wir bei GamerInfos bereits in unserem Artikel über die hohen Hardwarekosten und mögliche Folgen für PS6 und PlayStation-Handheld berichtet.
Damals war bereits klar, dass Speicher einer der größten Unsicherheitsfaktoren der nächsten Generation werden könnte.
Die neue Zahl macht die Situation eher unangenehmer.
1.000 Euro für die PS6 sind trotzdem noch lange nicht bestätigt
Natürlich liegt jetzt die Schlagzeile „PS6 kostet über 1.000 Euro“ nahe.
So weit sind wir aber nicht.
Herstellungskosten und Verkaufspreis sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Sony kann Hardware teilweise subventionieren und später über Spiele, PlayStation Plus, Zubehör und Store-Umsätze Geld verdienen.
Gleichzeitig könnte der Konzern unterschiedliche Modelle anbieten.
Eine günstigere Digital-Version.
Mehrere Speichergrößen.
Oder eine besonders teure Premium-Konsole.
Sony hat weder das endgültige PS6-Design noch Speichergröße, Erscheinungstermin oder Preis vorgestellt.
Wer aktuell eine konkrete UVP nennt, spekuliert.
Trotzdem wird die 1.000-Euro-Frage immer realistischer
Ganz aus der Luft gegriffen ist die Diskussion allerdings nicht mehr.
Bereits Branchenanalysten haben in diesem Jahr davor gewarnt, dass kommende High-End-Konsolen die Marke von 1.000 Dollar überschreiten könnten.
Auch die heutige PS5 ist im Laufe ihrer Generation nicht günstiger, sondern teilweise deutlich teurer geworden.
Bei PlayStationInfo.de haben wir bereits darüber berichtet, dass die PS6 nach aktuellen Gerüchten weiterhin Ende 2027 erscheinen könnte.
Bis dahin hat Sony noch Zeit.
Die große Frage lautet allerdings, ob auch der Speichermarkt Sony diese Zeit gibt.
Vielleicht wird diesmal nicht die Leistung sondern der Preis zum größten Generationssprung
Bei neuen Konsolen diskutieren Spieler normalerweise zuerst über Grafik.
Mehr Raytracing.
Höhere Auflösung.
120 FPS.
KI-Upscaling.
Bei der PS6 könnte ausgerechnet eine andere Zahl alles überstrahlen:
der Preis.
Wenn schon zwei Komponenten theoretisch mehr kosten als eine vollständige PS5, wird Sony an irgendeiner Stelle reagieren müssen.
Weniger Speicher, stärkere Subventionierung oder schlicht ein sehr hoher Verkaufspreis.
Momentan ist alles möglich.
Vielleicht wird die größte Überraschung der PS6 am Ende deshalb gar nicht sein, wie gut Spiele darauf aussehen.
Sondern was an der Kasse auf dem Display steht.
Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
