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Sony beendet Kojimas Spiel im Zoom-Call – seine erste Reaktion klingt ziemlich heftig

Hideo Kojima hat inzwischen schon einiges in der Spielebranche erlebt. Der Bruch mit Konami, eingestellte Projekte, jahrzehntelange Entwicklungszyklen und immer wieder völlig neue Ideen.

Doch selbst ihn hat Sonys Entscheidung bei PHYSINT offenbar kalt erwischt.

In seinem ersten ausführlicheren Interview seit dem Wechsel des Projekts von PlayStation zu Xbox erzählt Kojima nun, wie er von Sonys Ausstieg erfahren hat.

Nicht bei einem langen persönlichen Treffen.

Nicht nach wochenlangen Verhandlungen.

Sondern offenbar während eines Zoom-Calls.

Und seine erste Sorge galt nicht einmal dem Spiel selbst.

Kojima fragte sich nach eigener Aussage sofort, was nun mit seinem Studio passieren würde.

Sony wollte plötzlich einen Zoom-Call

PHYSINT wurde ursprünglich Anfang 2024 groß als Zusammenarbeit zwischen Kojima Productions und Sony Interactive Entertainment angekündigt.

Für Kojima sollte das Projekt eine Rückkehr zum Action-Spionage-Genre werden, mit dem sein Name seit Metal Gear Solid untrennbar verbunden ist.

Entsprechend überraschend war die Nachricht Anfang September, dass Sony inzwischen ausgestiegen ist und Xbox die Veröffentlichung übernimmt.

Auf PlayStationInfo.de hatten wir bereits ausführlich über den Wechsel von PHYSINT zu Xbox berichtet.

Jetzt erzählt Kojima erstmals genauer, wie dieser Moment im Juni tatsächlich ablief.

Sony habe ihn kontaktiert und um einen Zoom-Call gebeten.

Während dieses Gesprächs sei ihm mitgeteilt worden, dass das Unternehmen die Entwicklung von PHYSINT nicht länger finanzieren könne.

Kojimas Reaktion fiel offenbar ziemlich eindeutig aus.

Er habe zunächst kaum verarbeiten können, was ihm gerade gesagt wurde.

Kojima dachte sofort an seine Mitarbeiter

Interessant ist vor allem, was ihm danach durch den Kopf ging.

Nach eigener Aussage war seine erste Reaktion weder Wut noch Trauer.

Stattdessen stellte er sich die Frage, was nun mit Kojima Productions passieren würde.

PHYSINT ist schließlich kein kleines Nebenprojekt.

Entwicklungsteams werden geplant, Mitarbeiter eingestellt, Technik aufgebaut und Budgets langfristig kalkuliert.

Wenn ein großes finanziertes Projekt plötzlich wegfällt, verschwindet nicht einfach nur ein Spiel aus einer Release-Liste.

Daran hängen Arbeitsplätze.

Kojima erklärte, er habe darüber nachgedacht, ob Mitarbeiter des PHYSINT-Teams entlassen werden müssten oder ob das Studio durch fehlenden Cashflow sogar in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könnte.

Er erwähnte außerdem, dass Kojima Productions auch mit Bankkrediten arbeitet.

Ein plötzlich eingestelltes Großprojekt wäre deshalb alles andere als belanglos gewesen.

Den Mitarbeitern wollte er zunächst nichts sagen

Genau deshalb habe Kojima die Situation zunächst nicht einfach im Studio verkündet.

Er wollte seine Mitarbeiter nach eigener Aussage nicht unnötig beunruhigen.

Dabei erinnerte er offenbar auch an die Situation rund um P.T. und Silent Hills.

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Konami verschwand das Projekt damals vollständig.

PHYSINT sollte dieses Schicksal nicht teilen.

Statt die Entwicklung aufzugeben, begann Kojima damit, nach einem neuen Partner zu suchen.

Und daraus entwickelte sich eine ziemlich ungewöhnliche Geschichte.

Ausgerechnet Xbox springt ein

Rund drei Monate lang führte Kojima Gespräche mit potenziellen Partnern.

Dabei wollte er PHYSINT offenbar nicht einfach als einzelnes Videospiel verkaufen.

Die Idee war größer.

Kojima denkt bei PHYSINT langfristig auch an Filme, Serien, Anime, Comics und andere Medien.

Genau deshalb suchte er nach einem Partner, der nicht nur ein Spiel finanzieren kann, sondern eine größere Marke unterstützt.

Am Ende landete er ausgerechnet bei Xbox.

Microsoft arbeitet mit Kojima Productions bereits an dem Horrorprojekt OD.

Kojima erklärte nun, dass Xbox technisch unterstützen könne und die Zusammenarbeit durch OD bereits funktioniert habe.

Sein Pitch für PHYSINT sei dort äußerst positiv aufgenommen worden.

Für PlayStation ist das weiterhin eine ziemlich bizarre Situation

Damit bleibt die gesamte Geschichte ungewöhnlich.

Sony kündigt gemeinsam mit Hideo Kojima ein prestigeträchtiges neues Spionagespiel an.

Sony beendet die Finanzierung.

Kojima sucht einen neuen Partner.

Und am Ende landet genau dieses Spiel beim direkten Konkurrenten Xbox.

Selbst wenige Jahre zuvor hätte diese Abfolge vermutlich wie ein ziemlich schlechtes Gaming-Gerücht geklungen.

Inzwischen ist sie Realität.

Besonders pikant ist, dass Kojima inzwischen sogar Bill Skarsgård als Hauptdarsteller bestätigt hat und die Entwicklung unter Xbox regulär weiterläuft.

PHYSINT ist also keineswegs verschwunden.

Nur das PlayStation-Logo ist aus der Gleichung verschwunden.

Warum Sony ausgestiegen ist bleibt umstritten

Zu den Hintergründen gibt es inzwischen verschiedene Berichte.

Bloomberg berichtete unter anderem über verpasste Entwicklungsziele, steigende Kosten und wirtschaftliche Zweifel bei Sony.

Auch die Frage, ob PHYSINT langfristig exklusiv bei PlayStation geblieben wäre, soll eine Rolle gespielt haben.

Diese Angaben stammen allerdings nicht offiziell von Sony oder Kojima Productions.

Kojimas Studio reagierte inzwischen sogar öffentlich auf die Spekulationen und betonte, dass entsprechende Behauptungen nicht aus offiziellen oder namentlich genannten Quellen stammen.

Kojima Productions bezeichnet sich selbst als gesundes und profitables Unternehmen.

Auch die Beziehung zu PlayStation sei weiterhin gut.

Eine ausführliche Einordnung der bislang berichteten möglichen Gründe gibt es ebenfalls bei PlayStationInfo.de.

Kojima sagt trotzdem dass er Sony weiterhin mag

Wer jetzt auf einen großen öffentlichen Rosenkrieg gehofft hat, wird enttäuscht.

Kojima betont ausdrücklich, keine schlechten Gefühle gegenüber Sony zu haben.

Er arbeitet nach eigenen Angaben seit rund 30 Jahren mit dem Unternehmen zusammen und nennt frühere Führungspersönlichkeiten wie Ken Kutaragi und Kaz Hirai, zu denen er enge Beziehungen hatte.

Gleichzeitig deutet er an, dass sich Sony über die Jahre verändert hat.

Viele Menschen, die er persönlich kannte, seien inzwischen gegangen oder im Ruhestand.

Das klingt weniger nach einem wütenden Ex-Partner und mehr nach jemandem, der selbst noch immer versucht zu verstehen, warum eine jahrzehntelange Beziehung an diesem Projekt plötzlich nicht mehr funktioniert hat.

Am Ende dürfte Sony PHYSINT noch lange beobachten

Ob Sonys Entscheidung richtig oder falsch war, lässt sich heute unmöglich beurteilen.

Vielleicht wird PHYSINT ein unglaublich teures Projekt, bei dem Microsoft irgendwann ebenfalls die Geduld verliert.

Vielleicht wird es Kojimas nächstes Meisterwerk und Sony muss jahrelang zusehen, wie ein ursprünglich für PlayStation angekündigtes Prestigeprojekt beim Konkurrenten gefeiert wird.

Beides ist möglich.

Interessant ist momentan vor allem, wie knapp das Projekt offenbar an einem komplett anderen Schicksal vorbeigeschrammt ist.

Ein Zoom-Call.

Eine gestrichene Finanzierung.

Drei Monate Partnersuche.

Und plötzlich gehört eines der spannendsten kommenden Kojima-Projekte zum Xbox-Line-up.

Gaming 2026 bleibt wirklich seltsam.

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