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9-Jähriger will mehr Minecraft-Views – am Ende stehen 118.000 Dollar auf Papas Firmenkarte

Eigentlich sollte es nur eine kleine YouTube-Werbung für 20 Dollar werden.

Am Ende waren es 118.000 Dollar.

Ein neunjähriger Junge aus den USA wollte mehr Zuschauer für seine Minecraft- und Roblox-Videos und soll dafür über mehrere Wochen immer neue Werbekampagnen bei YouTube gestartet haben.

Das Problem:

Als Zahlungsmittel war die Firmenkreditkarte seines Vaters hinterlegt.

Inzwischen sagt der Vater, dass er dadurch seinen Job verloren habe und das Geld innerhalb von 30 Tagen zurückzahlen müsse.

Das sind ungefähr 100.000 Euro.

Für Minecraft-Werbung.

Alles begann offenbar mit 20 Dollar

Der Junge betreibt den YouTube-Kanal Mighty Mike Plays.

Dort veröffentlicht er vor allem Videos zu Minecraft und Roblox.

Wie bei vermutlich Millionen kleinen YouTube-Kanälen waren die Zuschauerzahlen zunächst überschaubar.

Der Vater erzählt, sein Sohn sei deshalb enttäuscht gewesen, dass nur wenige Menschen seine Videos sehen.

Also zeigte er ihm, wie Werbung auf YouTube funktioniert.

Gemeinsam sollen sie zunächst eine Kampagne mit einem Budget von ungefähr 20 Dollar erstellt haben.

Bis hierhin klingt die Geschichte vollkommen harmlos.

Doch die Kreditkarte blieb offenbar im gemeinsam verwendeten Google-Konto gespeichert.

Und Mike hatte verstanden:

Werbung bringt Zuschauer.

Mehr Werbung bringt mehr Zuschauer.

Was er offenbar nicht verstanden hatte, waren die Dimensionen der eingestellten Budgets.

Drei Wochen später fehlten 118.000 Dollar

Der Junge startete nach Darstellung seines Vaters anschließend eigenständig weitere Werbekampagnen.

Und die funktionierten sogar.

Einige seiner Minecraft- und Roblox-Videos erreichten plötzlich hunderttausende Aufrufe.

Aus Sicht eines Neunjährigen muss das wahrscheinlich fantastisch gewirkt haben.

Video hochladen.

Werbung einschalten.

Zahlen steigen.

Das eigentliche Problem bemerkte irgendwann die Firma seines Vaters.

Dave, so nennt sich der Mann in den Videos, erzählt, dass er zu einem Gespräch mit Vorgesetzten sowie Mitarbeitern aus der Finanzabteilung gerufen wurde.

Dort sei ihm die Summe präsentiert worden.

118.000 Dollar Werbekosten auf der Firmenkreditkarte.

Der Vater sagt inzwischen dass er seinen Job verloren hat

Zunächst war noch unklar, welche Konsequenzen die Geschichte haben würde.

In einem späteren Update erklärte Dave jedoch, dass er inzwischen entlassen worden sei.

Außerdem müsse er nach eigener Aussage die gesamte Summe innerhalb von 30 Tagen zurückzahlen.

Die Familie spreche deshalb sogar darüber, möglicherweise ihr Haus verkaufen zu müssen.

Wichtig ist dabei:

Diese Angaben stammen vom Vater selbst.

Es gibt keine öffentliche Stellungnahme seines ehemaligen Arbeitgebers, anhand der sich sämtliche Details unabhängig überprüfen ließen.

Der Vater veröffentlichte allerdings zwischenzeitlich einen Screenshot einer Kreditkartenabrechnung, auf der ein Betrag von 118.479,83 Dollar zu sehen gewesen sein soll.

Die Geschichte hat sich dadurch inzwischen weit über den ursprünglichen Minecraft-Kanal hinaus verbreitet.

Der Junge wusste offenbar gar nicht was er da ausgibt

Das vielleicht Verrückteste an der Sache:

Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass der Neunjährige bewusst versucht hätte, 118.000 Dollar auszugeben.

Nach Darstellung seines Vaters verstand er schlicht nicht, wie das Werbesystem funktionierte.

Er sah offenbar die Budgets und Kampagnen weniger als echtes Geld und mehr wie Zahlen in einem Interface.

Wer mit Spielen wie Roblox aufwächst, kennt schließlich digitale Währungen, virtuelle Gegenstände und Buttons, bei denen ständig irgendwo Zahlen stehen.

Hier war die Zahl allerdings mit einer echten Firmenkreditkarte verbunden.

Und genau das machte aus einem kleinen YouTube-Experiment einen finanziellen Albtraum.

Die Werbung hat absurd gut funktioniert

Die Ironie an der Geschichte ist, dass die Kampagne ihren eigentlichen Zweck erfüllt hat.

Der Kanal bekam deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Einige Videos erreichten laut Analysen mehrere hunderttausend Views.

Auch der Kanal selbst wuchs.

Spätestens durch die Geschichte mit den 118.000 Dollar ist Mighty Mike Plays nun ohnehin wesentlich bekannter, als es durch normale Minecraft-Videos vermutlich jemals möglich gewesen wäre.

Eine Analyse kam sogar zu dem Ergebnis, dass über die Kampagnen Hunderttausende Aufrufe eingekauft wurden.

Aus Marketingsicht also:

funktioniert.

Aus finanzieller Sicht:

eher nicht.

Einen GoFundMe will der Vater ausdrücklich nicht starten

Nach der enormen Aufmerksamkeit schlugen Nutzer vor, Geld für die Familie zu sammeln.

Dave lehnt das bislang ab.

Er wolle keinen GoFundMe starten und auch keine Kryptowährung oder ähnliche Aktion verwenden, um die Schulden zu begleichen.

Stattdessen wurde Merchandise zum Kanal angeboten.

Ob damit auch nur ansatzweise genug Geld zusammenkommt, um eine sechsstellige Rechnung zu bezahlen, ist natürlich eine andere Frage.

Der Vater scherzte selbst darüber, nach dieser Geschichte vermutlich bis ins hohe Alter arbeiten zu müssen.

Humor scheint momentan zumindest noch vorhanden zu sein.

Die Geschichte klingt so absurd dass einige an einen PR-Stunt glauben

Natürlich gibt es inzwischen auch Zweifel.

Die Geschichte ist fast zu perfekt für das Internet.

Ein Kind.

Minecraft.

YouTube.

118.000 Dollar.

Ein verlorener Job.

Und ein Kanal, der dadurch innerhalb weniger Tage weltweit Aufmerksamkeit bekommt.

Einige Nutzer vermuten deshalb, dass zumindest Teile der Geschichte inszeniert sein könnten.

Belegt ist das bislang nicht.

Andere Nutzer wiederum berichten, tatsächlich extrem lange Minecraft-Werbungen von Mighty Mike Plays auf YouTube gesehen zu haben.

Auch die gezeigte Kreditkartenabrechnung spricht zumindest dafür, dass tatsächlich außergewöhnlich hohe Werbekosten entstanden sind.

Eine endgültige unabhängige Bestätigung sämtlicher Details gibt es derzeit trotzdem nicht.

Deshalb sollte die Geschichte genau als das behandelt werden, was sie momentan ist:

die Darstellung einer Familie, die inzwischen viral gegangen ist.

Die teuersten Minecraft-Views des Jahres?

Falls die Angaben stimmen, dürfte das Ganze trotzdem eine der teuersten Lektionen über gespeicherte Zahlungsmittel aller Zeiten sein.

Eine Firmenkreditkarte in einem gemeinsam genutzten Google-Konto.

Ein Kind, das gelernt hat, wie man YouTube-Werbung startet.

Und offenbar keine wirksame Ausgabenbegrenzung.

Was soll schon passieren?

118.000 Dollar später kennen wir die Antwort.

Vielleicht reicht beim nächsten Minecraft-Kanal dann doch erst einmal ein gutes Thumbnail.

Was hältst du davon? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

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