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Wolverine sollte Sonys nächster großer PS5-Hit werden – doch die ersten Wertungen überraschen

Damit dürften bei Sony und Insomniac nicht alle gerechnet haben. Marvel’s Wolverine sollte nach Spider-Man 2 der nächste große PS5-Blockbuster des Studios werden. Doch die ersten internationalen Tests fallen überraschend gemischt aus. Bei Metacritic steht aktuell eine 77 – ganze 13 Punkte weniger als Spider-Man 2. IGN und GameSpot vergeben sogar nur 6 von 10 Punkten. Ist Wolverine tatsächlich eine Enttäuschung? Ganz so einfach ist die Sache nicht.

Insomniac Games hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf erarbeitet, von dem andere Studios vermutlich nur träumen können.

Marvel’s Spider-Man?

87 Punkte.

Miles Morales?

85 Punkte.

Ratchet & Clank: Rift Apart?

88 Punkte.

Spider-Man 2 setzte mit 90 Punkten noch einen drauf.

Und jetzt kommt Wolverine.

77 Punkte.

Für viele andere Spiele wäre das vollkommen ordentlich.

Bei Insomniac fällt die Zahl allerdings sofort auf.

So schwach wurde ein großes Insomniac-Spiel lange nicht bewertet

Der Vergleich mit den vorherigen Spielen macht die Situation besonders interessant.

Marvel’s Wolverine liegt aktuell zehn Punkte unter dem ersten Spider-Man und sogar 13 Punkte hinter Spider-Man 2.

Noch deutlicher wird es beim Blick in Insomniacs Vergangenheit.

GamesRadar ordnet Wolverine aktuell als schwächstes ursprünglich entwickeltes Insomniac-Spiel bei Metacritic seit Song of the Deep aus dem Jahr 2016 ein.

Das kam damals auf gerade einmal 69 Punkte.

Damit endet zumindest vorerst eine beeindruckende Serie äußerst hoch bewerteter Insomniac-Spiele.

Aber:

Wolverine ist deshalb noch lange kein schlechtes Spiel.

Bei OpenCritic sieht die Sache schon freundlicher aus

Genau deshalb sollte man sich nicht ausschließlich auf die 77 bei Metacritic stürzen.

OpenCritic kommt aktuell auf einen Durchschnitt von 81 Punkten.

Rund 79 Prozent der dort erfassten Kritiker empfehlen das Spiel.

Das klingt schon wesentlich weniger dramatisch.

Trotzdem zeigt sich ein ungewöhnliches Problem:

Die Tester sind sich bei Wolverine teilweise überhaupt nicht einig.

Manche feiern das Spiel.

Andere sind überraschend enttäuscht.

IGN und GameSpot geben Wolverine nur 6 von 10

Besonders auffällig sind einige der großen internationalen Redaktionen.

IGN: 6/10.

GameSpot: 6/10.

Andere Magazine bewegen sich ebenfalls nur im Bereich von sechs oder sieben Punkten.

Gleichzeitig existieren allerdings zahlreiche 8er- und 9er-Wertungen sowie sogar einzelne Höchstwertungen.

Und genau das macht Wolverine derzeit so interessant.

Fast jedes zentrale Element des Spiels wird irgendwo gelobt – und von einem anderen Tester kritisiert.

Selbst beim Kampfsystem sind sich die Tester komplett uneinig

Eigentlich sollte genau hier Wolverines größte Stärke liegen.

Logan kämpft deutlich brutaler als Spider-Man.

Die Adamantium-Klauen sorgen für sichtbare Verletzungen, Gegner werden aus nächster Nähe attackiert und die Kämpfe wirken schwerer und aggressiver.

Dazu kommen Paraden, Sprungangriffe, Spezialfähigkeiten und Logans Rage-System.

Einige Kritiker finden genau das hervorragend.

Wolverine fühlt sich dadurch vollkommen anders an als Peter Parker oder Miles Morales.

Andere sehen allerdings ein Problem:

Nach einigen Stunden soll sich zu wenig verändern.

GamesRadar kritisiert beispielsweise, dass das Kampfsystem seine stärksten Ideen relativ früh zeige und anschließend nicht genügend zusätzliche Tiefe entwickle.

The Guardian empfindet die Kämpfe auf Dauer ebenfalls als repetitiv.

Und plötzlich wird aus Wolverines größter Stärke für manche Tester seine größte Schwäche.

Auch die fehlende Open World spaltet die Meinungen

Marvel’s Wolverine ist bewusst kein Spider-Man mit Krallen.

Insomniac hat sich für ein deutlich lineareres Abenteuer entschieden.

Eigentlich klingt das angesichts der unzähligen riesigen Open-World-Spiele der vergangenen Jahre fast erfrischend.

Einige Tester sehen das genauso.

The Verge lobt beispielsweise den fokussierten Aufbau.

Andere Kritiker stören sich allerdings weniger an der Linearität selbst als an der Umsetzung.

Mehrere Bereiche sollen teilweise sehr geradlinig ausfallen.

Besonders interessant ist deshalb Tokyo.

Dort öffnet sich Wolverine stärker, erlaubt mehr Erkundung und bietet zusätzliche Aktivitäten.

Ausgerechnet dieser offenere Abschnitt gehört für einige Kritiker zu den besten Bereichen des Spiels.

Bei Logan selbst scheint Insomniac vieles richtig gemacht zu haben

Deutlich mehr Zustimmung bekommt die Hauptfigur.

Liam McIntyre verkörpert Logan und wird in mehreren Tests positiv hervorgehoben.

Insomniac präsentiert Wolverine nicht einfach als unzerstörbare Kampfmaschine.

Logan kämpft mit seiner Vergangenheit, Erinnerungen und Schuld.

Dazu kommen bekannte Figuren wie Jean Grey, Sabretooth und Mystique.

Bolivar Trask und die Verfolgung von Mutanten spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Auch hier gibt es Kritik an Teilen der Handlung.

Die eigentliche Darstellung Wolverines scheint allerdings für viele Tester zu funktionieren.

Technisch sieht Wolverine weiterhin nach echtem PS5-Blockbuster aus

Bei einem Punkt herrscht deutlich mehr Einigkeit.

Die Präsentation ist stark.

Figurenmodelle, Animationen, Umgebungen und insbesondere die Inszenierung der Kämpfe bewegen sich auf dem Niveau, das man von Insomniac erwartet.

Wolverine ist außerdem wesentlich brutaler als die Spider-Man-Spiele.

Blut und sichtbare Verletzungen gehören ausdrücklich zum Konzept.

Logans Heilungsfaktor wird ebenfalls spielerisch und visuell umgesetzt.

Die vergleichsweise niedrigeren Wertungen entstehen also offenbar nicht deshalb, weil Wolverine technisch unfertig wirkt.

Die Kritik betrifft hauptsächlich Abwechslung, Levelstruktur und langfristige spielerische Tiefe.

Und genau deshalb sind die 77 Punkte für Sony trotzdem interessant

Für Sony ist Marvel’s Wolverine kein kleines Nebenprojekt.

Das Spiel gehört zu den wichtigsten PS5-Veröffentlichungen des Jahres und wird entsprechend stark vermarktet.

Die Standard Edition kostet im deutschen PlayStation Store 79,99 Euro.

Nach Spider-Man 2 waren die Erwartungen an Insomniacs nächstes Marvel-Spiel entsprechend riesig.

Und genau deshalb wirken 77 Punkte anders als bei irgendeinem kleineren Actionspiel.

Das ist nicht katastrophal.

Nicht einmal schlecht.

Aber eben auch nicht der fast schon erwartete nächste 85- bis 90-Punkte-Hit.

Ausgerechnet Wolverine beendet Insomniacs beeindruckende Serie

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Überraschung.

Insomniac hat über Jahre eine beeindruckende Konstanz gezeigt.

Spider-Man, Miles Morales, Ratchet & Clank und Spider-Man 2 bewegten sich allesamt im hohen Wertungsbereich.

Wolverine fällt erstmals deutlich darunter.

Und trotzdem könnte das Spiel für viele Spieler genau das Richtige sein.

Wer eine riesige Open World mit unzähligen Nebenaktivitäten erwartet, könnte enttäuscht werden.

Wer dagegen ein fokussiertes, brutales Actionspiel mit Wolverine sucht, könnte einige Kritikpunkte wesentlich weniger problematisch finden.

77 Punkte sind kein Absturz – aber eben auch nicht das, was viele erwartet haben

Genau das sollte bei der ganzen Diskussion nicht verloren gehen.

Marvel’s Wolverine wird derzeit nicht allgemein verrissen.

OpenCritic liegt bei rund 81 Punkten.

Zahlreiche Tester vergeben acht oder neun Punkte.

Andere große Redaktionen bleiben allerdings überraschend deutlich darunter.

Damit ist Wolverine wenige Tage vor Veröffentlichung vor allem eines:

Der wohl umstrittenste große Insomniac-Titel seit langer Zeit.

Und vielleicht wird die eigentlich spannende Wertung ohnehin erst nach dem Release sichtbar.

Denn am 15. September 2026 dürfen endlich die Spieler selbst entscheiden, ob Wolverine tatsächlich hinter Spider-Man zurückbleibt – oder ob die Kritiker bei Logan einfach ungewöhnlich unterschiedliche Erwartungen hatten.

Was meint ihr: Sind 77 Punkte für euch bei einem neuen Insomniac-Spiel enttäuschend oder interessieren euch Metacritic-Wertungen beim Kauf überhaupt nicht?

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