Ein erfolgreicher Raub bedeutet in GTA 6 offenbar noch lange nicht, dass die Beute wirklich euch gehört. Rockstar führt ein neues Geldsystem ein, bei dem Jason und Lucia Bargeld tatsächlich verlieren können, wenn sie vor dem Einzahlen sterben. Und als wäre das nicht schon ärgerlich genug, zeigt eine direkte Gameplay-Preview eine herrlich absurde Situation: NPCs überreden das Duo zu einem Sprung von einer Brücke – und klauen währenddessen einfach ihr Auto.
Je mehr Rockstar von GTA 6 zeigt, desto deutlicher wird ein bestimmtes Prinzip:
Die offene Welt soll euch wesentlich häufiger überraschen.
Dabei geht es nicht nur um Polizeiverfolgungen, Schießereien oder große Story-Missionen.
Selbst nach einem erfolgreichen Ladenüberfall kann plötzlich noch einiges schiefgehen.
Euer Bargeld ist in GTA 6 nicht automatisch sicher
Eine der interessantesten Neuerungen betrifft ausgerechnet das Geld.
Während einer ausführlichen Präsentation bei Rockstar North überfielen Jason und Lucia eine Tankstelle und erbeuteten Bargeld.
Rockstar-Entwickler Rob Nelson erklärte anschließend, dass dieses Geld zunächst tatsächlich als Bargeld behandelt wird.
GTA 6 unterscheidet also zwischen dem Cash, das die Figuren gerade mit sich herumtragen, und dem Geld auf ihrem Bankkonto.
Und genau hier liegt das Risiko.
Sterbt ihr mit Bargeld in der Tasche, bevor ihr es eingezahlt habt, kann das Geld verloren gehen.
Nelson suchte nach dem Überfall deshalb gezielt nach einem Geldautomaten.
Nach einem Raub beginnt plötzlich die nächste Entscheidung
Damit bekommt ein erfolgreicher Überfall eine zusätzliche Phase.
Früher war die Sache relativ simpel:
Geld eingesammelt, fertig.
In GTA 6 könnte dagegen anschließend die Frage entstehen, wie viel Risiko ihr noch eingehen wollt.
Habt ihr gerade eine große Menge Bargeld dabei, könnte ein weiterer spontaner Zwischenstopp plötzlich ziemlich teuer werden.
Noch schnell ein anderes Verbrechen begehen?
Eine Polizeiverfolgung riskieren?
Oder lieber direkt einen Geldautomaten suchen und die Beute sichern?
Das eigentlich simple Bargeldsystem könnte damit für ziemlich interessante Situationen sorgen.
Rockstar will offenbar, dass Geld wieder etwas bedeutet
Das passt zu anderen Informationen über GTA 6.
Geld soll offenbar eine wichtigere Rolle im Spielfortschritt spielen als teilweise noch in GTA 5.
Wenn Bargeld nicht automatisch sicher ist, verstärkt das diesen Ansatz zusätzlich.
Eine erfolgreiche kriminelle Aktion endet dann nicht zwingend mit dem Erhalt einer hübschen Zahl auf dem Konto.
Ihr müsst die Beute tatsächlich heil nach Hause beziehungsweise zur Bank bringen.
Für ein Spiel über zwei Kriminelle auf der Flucht passt das erstaunlich gut.
Aber noch besser wird die Geschichte mit dem geklauten Auto
Während derselben Präsentation entstand eine Situation, die vermutlich ziemlich gut zeigt, was Rockstar mit seiner neuen offenen Welt erreichen möchte.
Jason und Lucia waren gemeinsam im Auto unterwegs.
Auf einer Brücke trafen sie auf mehrere NPCs, die von dort ins Wasser sprangen.
Die Gruppe forderte die beiden dazu auf, ebenfalls mitzumachen.
Also machten Jason und Lucia mit.
Beide sprangen sogar gemeinsam Hand in Hand von der Brücke.
Schöne GTA-Romantik.
Zumindest für wenige Sekunden.
Denn als die beiden im Wasser waren, passierte plötzlich etwas anderes:
Ihr Auto wurde geklaut.
Ja, die NPCs haben sie offenbar einfach reingelegt
Die Situation war kein klassischer Story-Abschnitt.
Rockstar bezeichnet solche Momente als emergente Ereignisse.
Verschiedene Systeme innerhalb der offenen Welt treffen aufeinander und erzeugen dadurch Situationen, die nicht immer exakt nach einem vorher festgelegten Ablauf funktionieren müssen.
In diesem Fall sah es zunächst nach einer harmlosen Freizeitaktivität aus.
Ein paar Leute springen von einer Brücke.
Jason und Lucia schließen sich an.
Und plötzlich fehlt das Auto.
Willkommen in Leonida.
Ladenüberfälle laufen ebenfalls nicht jedes Mal gleich ab
Auch während der Raubüberfälle zeigte sich dieser Ansatz.
Während der Präsentation wurden zwei Geschäfte überfallen.
Beide Situationen entwickelten sich unterschiedlich.
Verkäufer reagierten nicht identisch, Kunden mischten sich teilweise ein und auch die Polizei verhielt sich abhängig vom Verlauf anders.
Damit scheint Rockstar klassische Aktivitäten stärker mit seiner Welt-Simulation zu verbinden.
Ein Ladenüberfall soll nicht einfach immer dieselbe Animation mit anschließendem Fahndungslevel abspielen.
Spieler müssen offenbar damit rechnen, dass sich Situationen spontan anders entwickeln.
Selbst die Rushhour spielt eine Rolle
Noch ein kleines Detail zeigt, wie weit Rockstar diesen Ansatz treiben möchte.
Während der Fahrt passierten Jason und Lucia später erneut eine Straße, die sie bereits zuvor besucht hatten.
Diesmal war dort plötzlich wesentlich mehr Verkehr.
Die Erklärung von Rob Nelson war ziemlich simpel:
Rushhour.
Die Tageszeit beeinflusst offenbar also auch die Verkehrsdichte.
Das klingt zunächst fast lächerlich unwichtig.
In einer riesigen offenen Welt können genau solche Kleinigkeiten allerdings dafür sorgen, dass sich Orte nicht bei jedem Besuch identisch anfühlen.
Eine Strecke, die am Mittag problemlos befahrbar ist, könnte zum Feierabendverkehr plötzlich deutlich voller sein.
Rockstar ließ die Journalisten einfach ausprobieren
Interessant ist außerdem, wie die Präsentation selbst ablief.
TROISCOULEURS bekam offenbar keine komplett durchchoreografierte Demo gezeigt.
Nelson spielte GTA 6 selbst und ließ sich von den anwesenden Journalisten teilweise sagen, wohin er fahren und was er ausprobieren sollte.
Währenddessen machten Entwickler sogar Notizen.
Kleine Probleme bei Animationen oder der Physik wurden direkt angesprochen.
Damit stammen die beobachteten Situationen nicht einfach aus einem speziell zusammengeschnittenen Trailer.
Die Journalisten bekamen das Spiel tatsächlich laufend zu sehen.
GTA 6 könnte euch deutlich häufiger ärgern – im positiven Sinne
Genau darin könnte am Ende eine der größten Stärken von GTA 6 liegen.
Natürlich wird die Spielwelt größer.
Natürlich wird sie grafisch beeindruckender.
Aber interessant wird eine offene Welt erst dann, wenn sie Dinge tut, mit denen der Spieler nicht gerechnet hat.
Ein Raub kann erfolgreich sein und das Geld trotzdem verloren gehen.
Ein NPC kann plötzlich eingreifen.
Die Polizei kann unterschiedlich reagieren.
Und eine scheinbar harmlose Gruppe auf einer Brücke kann euch dazu bringen, ins Wasser zu springen, während irgendjemand mit eurem Auto verschwindet.
Wenn solche Ereignisse tatsächlich häufig genug auftreten und ausreichend unterschiedlich ablaufen, könnte Leonida auch nach vielen Stunden noch für Überraschungen sorgen.
Also besser zuerst zum Geldautomaten
Eine Lektion können wir aus der Rockstar-Preview jedenfalls schon jetzt mitnehmen.
Nach einem erfolgreichen Raub nicht übermütig werden.
Denn solange das Bargeld noch in Jasons oder Lucias Tasche steckt, scheint die Sache nicht endgültig erledigt zu sein.
Erst einzahlen.
Dann von Brücken springen.
Und wenn euch irgendwelche fremden NPCs dazu überreden wollen, gemeinsam ins Wasser zu hüpfen, solltet ihr vielleicht vorher noch einmal überprüfen, wo euer Auto steht.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Was meint ihr: Gefällt euch dieses zusätzliche Risiko beim Bargeld oder nervt euch schon jetzt der Gedanke, nach einem erfolgreichen Raub die komplette Beute wieder verlieren zu können?
