Auslöser des Kurssturzes war eine umfassende Mitteilung, in der Ubisoft tiefgreifende Einschnitte bestätigte. Dazu zählen die Einstellung von sechs Spielen, die Verschiebung von sieben weiteren Projekten sowie strukturelle Veränderungen im gesamten Unternehmen.
Der Aktienkurs fiel von rund 6,64 Euro auf etwa 4,36 Euro, womit sich die Marktkapitalisierung des Publishers innerhalb kürzester Zeit drastisch reduzierte. Für viele Investoren ist dies ein klares Signal, dass die bisherige Strategie nicht mehr trägt.
Studioschließungen verstärken die Sorgen
Zusätzlich bestätigte Ubisoft die Schließung der Studios in Halifax und Stockholm sowie weitere organisatorische Einschnitte an mehreren Standorten. Für Anleger ist dies ein Hinweis darauf, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens zunehmend unter Druck steht.
Beobachter verweisen darauf, dass sich die Probleme bereits seit Jahren zuspitzen – unter anderem durch pandemiebedingte Verzögerungen, enttäuschende Produkteinführungen und hohe Entwicklungskosten.
Prince of Persia-Aus trifft den Nerv der Investoren
Besonders heftig fiel die Reaktion auf die endgültige Einstellung von Prince of Persia: The Sands of Time Remake aus. Das Projekt galt lange als Sinnbild für Ubisofts Produktionsprobleme. Statt für einen Befreiungsschlag sorgte die Entscheidung am Markt für zusätzliche Verunsicherung und einen weiteren Vertrauensverlust.
Auch das Remake von Assassin’s Creed IV: Black Flag bleibt nicht verschont. Der Titel wurde offiziell auf 2027 verschoben und fällt damit ebenfalls unter die Opfer der Neuausrichtung.
Überraschung: Beyond Good & Evil 2 lebt weiter
Bemerkenswert ist, dass Beyond Good & Evil 2, das sich seit fast 18 Jahren in Entwicklung befindet, nicht eingestellt wurde. Laut internen Einschätzungen schreiten die Arbeiten offenbar ausreichend voran, sodass Ubisoft weiterhin an eine Fertigstellung glaubt.
Ubisoft erwartet Milliardenverlust
In einer offiziellen Stellungnahme erklärte CEO Yves Guillemot, dass die aktuelle Marktlage eine grundlegende Neuausrichtung erforderlich mache. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Ubisoft mit einem operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro sowie mit erheblichen Wertberichtigungen im Zuge der Umstrukturierung.
Parallel dazu wurde ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm angekündigt, das in den kommenden Jahren Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro ermöglichen soll.
Quelle:
https://www.cnbc.com/2026/01/22/ubisoft-shares-plummet-after-assassins-creed-maker-cancels-six-games.html
Zukunft der Unabhängigkeit ungewiss
Der drastische Kursverfall wirft zunehmend Fragen zur langfristigen Unabhängigkeit von Ubisoft auf. Noch vor wenigen Jahren lag der Aktienkurs um ein Vielfaches höher. Heute steht das Unternehmen an einem Punkt, an dem jede strategische Entscheidung über die Zukunft des Publishers entscheiden könnte.
Investoren warten nun auf handfeste Beweise, dass der angekündigte Neustart mehr ist als ein theoretisches Konzept – und tatsächlich den Weg aus der Krise ebnet.

